Utensilien zur künstlichen Befruchtung2 Reagenzschälchen DM ca 5 cm, Transfer-katheter verpackt, L ca 12 cm, Glaspipettezum Ansaugen der Eizellen und zum Ein-bringen des Spermiums, 1 Packung Hor-mone zur hormonellen StimulationFotos: Laborsituation, IVF, ICSI( Die Eizellewird mit einer dicken Glaskanüle fixiert unddas Spermium mit einer Pipette direkt indie Eizelle eingespritzt)
Institut für Sterilitätsbetreuung Wien 2002
Immer mehr Paare mit Kinderwunschsuchen Hilfe in reproduktionsmedizini-schen Zentren. In Österreich gibt esca. 20 solcher Zentren. Seit 1.1.2000 istdas IVF- Fonds- Gesetz in Kraft getreten.Demnach werden bei genau definiertenKriterien ein großer Teil der beträchtlichenBehandlungskosten von diesem Fondsübernommen.
Weltweit sind mehr als eine MillionKinder durch IVF gezeugt worden. DieReproduktionsmedizin trägt heute mitknapp 1% zu den Geburtenzahlen bei.Viele Frauen und Paare haben Problemedamit, dass sich der ersehnte Nach-wuchs nicht so rasch wie geplant ein-stellt, doch von einer dauerhaften Steri-lität sind lediglich 3% betroffen. Der Ein-fluss von sozialen und psychischen Fakto-ren auf die Kinderlosigkeit ist bei weitembedeutender als jener der physischen.40% der Frauen mit Hochschulabschlusshaben keine Kinder, da Arbeits- und Privat-biographie oft nicht leicht zu vereinbarensind.
Die Wahrscheinlichkeit für eine klinischeSchwangerschaft beträgt pro IVF- Zyklusca. 25-30%, für eine Lebendgeburt 10 bis20%. Da häufig mehr als ein Embryo ein-gesetzt wird, kommt es nicht selten zuMehrlingsgeburten( Zwillinge 20%, Dril-linge 4%). Neben den häufigen medizini-schen Komplikationen bei der Mutter undder extremen Belastung der Eltern müs-sen diese Kinder oft intensivmedizinischbetreut werden. Eine englische Studiespricht von einem bleibenden Handicapbei zumindest einem Drittel der Drillinge.Experten warnen vor einer„, Epidemie"von Zwillings- und Drillingsgeburten durchassistierte Reproduktion( ART) und for-dern die Einpflanzung nur eines Embryosbis hin zu einem Verbot von reinen Hor-monbehandlungen. Fast die Hälfte derbehandelten Paare bekommen, auchnach jahrelangen Versuchen, kein Kind.Jedoch folgen nach IVF- Behandlungenund-Geburten relativ häufig auch sponta-ne Schwangerschaften. Die Paare, diemit künstlicher Befruchtung ein gesundesKind bekommen, sind froh und dankbarüber die heute möglichen Techniken.
Lit.: Brähler, E. Stöbel- Richter, Y., Huinink,J.& Glander, H. I.( 2001). Zur Epidemiologiegewollter und ungewollter Kinderlosigkeit inOst- und Westdeutschland. Reproduktions-medizin, 17, 157-162Pfeifenberger- Lamprecht, B: Mehrlingsgravi-dität. ÖHZ 5/2001 8
www.kemeter.atKetenich, H. Psychosomatisch orientierteBeratung und Behandlung steriler Paare, In:Fischl, F: Kinderwunsch. Gablitz 2001 29-46
DR
7. Klonen
forschung
Embryonen-
Klonen zielt auf asexuelle Vervielfältigungeines gegebenen Genotyps. 1996 wurde-nach 277 Versuchen- erfolgreich dasSchaf Dolly" geklont: Das genetischeMaterial einer Körperzelle wird in eine ent-kernte Eizelle übertragen. Der sich ent-wickelnde Embryo ist genetisch nahezuvollständig ident mit dem Spender desZellkerns. Beim Embryo- Splitting" wer-den Embryonen bereits im frühen Zellsta-dium zerteilt.
Embryonale Stammzellen können sichunter den entsprechenden Bedingungenin nahezu alle Typen von Körperzellen ent-wickeln. Man hofft, durch Klonen vonStammzellen Gewebe oder Organe zuTransplantationszwecken herstellen zukönnen. In das Erbgut des Klonschafs,, Polly" hat man ein menschliches Geneingeschleust und den Weg für künftigeXenotransplantationen geöffnet. Diesegenetischen Manipulationen sollen auchdie Produktion von„, maßgeschneiderten"Tieren zur Erzeugung von pharmazeuti-schen Präparaten ermöglichen.
Und der Mensch als Homo Xerox? Ob-wohl das Klonen von Menschen ethischnicht vertretbar und in den meisten Staa-ten verboten ist, konkurrenzieren Forscherum die Produktion der ersten menschli-chen Labor- Kopien, weil darin ein profita-bles Geschäft gewittert wird.
NT
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