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Sonderausstellung Südtiroler Volkstrachten : in Sachzeugnissen, alten Bildquellen und im graphischen Werk von Erna Moser-Piffl ; Katalog
Entstehung
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wie die Trachtengraphik zeigt, auch nach verschiedenen Talschaftendifferenziert. Die Anpassung an den Zeitgeschmack führte jedoch dazu,daß die Tracht auch in den folgenden Jahrzehnten einem ständigenVeränderungsprozeß unterlag. Besonders nachhaltig machte sich dabeider Empire- Stil und die Biedermeiermode bemerkbar, die den Män-nern die langen Hosen und die geblumten Seidenwesten brachte. Imgesamten betrachtet handelt es sich dabei jedoch nur noch um Re-tuschen, die den Gesamteindruck kaum verändern.

So finden sich um 1940 natürlich Männerhemden mit Krägen,unter die das seidene Halstuch und auch schon Krawatten geschlun-gen werden. Die alte ,, Pfoad" aus Hausleinen kannte hingegen nochkeinen Kragen und Knöpfe, sondern wurde am Hals mit einem Haftelgeschlossen, ließ ansonsten aber einen Schlitz bis zur Brust offen, deran hohen Feiertagen mit einer Spitze besetzt wurde. Der Burggräflertrug zur Pfoad einen schwarzen Flor, dessen Enden in den Ärmelaus-schnitt des Leibls oder seines Vorläufers, des seitlich verschließbarenroten ,, Brustfleckes", auch ,, Brustig" genannt, gesteckt wurden. Wennman dazu die lederne ,, Hosenkraxn" anlegte, war vom Brusttuchjedoch fast nichts mehr zu sehen. Im Sarntal wurde der federkielbe-stickte ,, Hosenheber" zu einem charakteristischen Bestandteil der Fest-tracht und als solcher geradezu Kennzeichen der Taltracht. Ursprüng-lich galten im ganzen Land die grünen aus breiten Wolldamastbändernbestehenden Hosenträger mit eingewebtem Doppeladlermuster alsvornehmer, was man durch Stickerei am vorderen und hinteren Sattelunterstrich. Sowohl die ledernen wie auch die ,, Hosenheber" aus Stoffhaben vorne ein spitzes Dreieck eingesetzt, an dem die Hose miteinem Band festgehalten wird. Die übrigen Träger werden in die Hosen-haften aus Messing eingehängt.

An Hosenformen stellt man dreierlei fest: die lederne Kniehose,die im Gegensatz zur Kniebundhose das Knie bei aufrechter Haltungzwar zum Teil bedeckt, jedoch nicht unter dem Knie festgebunden ist.Die Hosenbeine liegen am Oberschenkel eng an und haben am Knieentweder innen oder außen einen Schlitz, an dem die ,, Schlotterbän-der" hängen, die zum Festhalten der blauen oder weißen, in derRegel gemodelten" Strümpfe dienen. Die ehemals beliebten ,, Bein-höseln" sind kaum mehr anzutreffen. Eine Eigenart der alten ,, ge-schmitzten"(= schwarz gefärbten) Hosen besteht darin, daß sie nurknapp an den Bauch heranreichen, so daß zwischen der breiten, feder-kielbestickten ,, Leibfatsche" und der Hose noch die ,, Hosenheber"sichtbar werden. Deshalb ist auch das ,, Brustig" vorne mit einem zun-genförmigen Ansatz verlängert. Die ,, kurze" Kniehose wurde späterneuerlich von der Kniebundhose und diese wiederum von der langenHose verdrängt, die im Sarntal durch ihren keilförmigen Schnitt und

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