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Sonderausstellung Südtiroler Volkstrachten : in Sachzeugnissen, alten Bildquellen und im graphischen Werk von Erna Moser-Piffl ; Katalog
Entstehung
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VORWORT

Mehrere Stränge beständiger Museumsarbeit führen zu der dies-jährigen Sonderausstellung Volkstrachten aus Südtirol" des Öster-reichischen Museums für Volkskunde in der niederösterreichischenAußenstelle Gobelsburg bei Langenlois. Da ist zuerst die dauerndevolkskundliche Schausammlung im Barockschloß des Zwettler Stift-gutes Gobelsburg selbst. Sie konnte 1966 der Öffentlichkeit zugänglichgemacht werden und ist gedacht als ständige Darstellung von Güternder Volkskultur, wie sie vom Stammhaus des Museums in der WienerJosefstadt seit mehr als acht Jahrzehnten gesammelt und bearbeitetwerden, wegen der bedrückenden Raumnot dort jedoch längst nichtmehr im gewünschten Ausmaß ausstellungsmäßig zur Geltung gelan-gen können. Die Ausgestaltung des Schlosses Gobelsburg mit seinerSammlung alter Volkskunst aus dem Bereich des ländlichen und land-städtischen Handwerks in den Abteilungen ,, Altösterreichische Volks-majolika" ,,, Volkstümliches geschliffenes, bemaltes, geformtes Glas"und ,, Bauernmöbel" aus der Zeit von etwa 1650 bis 1850 entsprichtdabei dem Charakter der Barocksäle des einstigen Land- und Jagd-schlosses Gobelsburg.

Unter den mehreren hundert ausgesuchten Stücken altöster-reichischer Volkskunst befinden sich in Gobelsburg auch zahlreicheBeispiele für die überaus reiche und vielfältige Volksüberlieferung inSüdtirol, dem überwiegend deutschsprachigen Teil des ehemaligenösterreichischen Kronlandes Tirol südlich des Alpenhauptkammes undder heute autonomen italienischen Provinz Tiroler Etschland. Das Wie-ner Volkskundemuseum, 1895 von Michael Haberlandt und WilhelmHein gegründet, hatte sehr früh schon einen sehr beträchtlichen SchatzSüdtiroler Volkskunst einbringen können. Ein wichtiger Teil davon warvor mehr als anderthalb Jahrzehnten, 1961, im Wiener Hauptgebäudedes Museums in einer großen Ausstellung der interessierten Öffentlich-keit zugänglich gemacht worden. Die Raumnot im alten Schönborn-palais in der Laudongasse hatte jedoch auch in diesem Fall zur Folge,daß das meiste davon inzwischen wieder verräumt werden mußte undin Magazinen, Kästen und Truhen verschlossen aufbewahrt wird.

Die wohl bedeutendste Neuerwerbung des Österreichischen Mu-seums für Volkskunde im vergangenen Jahr, der Ankauf der, vom fach-lichen Standpunkt her gesehen, einzigartigen künstlerischen Bilddoku-

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