san, Voskopoja, Prizren usw. Werke von hohem künstlerischen Niveau her-stellten. Die Silberschmiede arbeiteten nicht nur teure Ausstattungen für Kult-gebäude, sondern auch eine Reihe von weltlichen Gegenständen wie Waffen,Schmuck, Haushaltsgegenstände, Verzierungen an Tabaketuis, Zigaretten-pfeifen, Talismanen und anderen Gegenständen des persönlichen Gebrauchsder Männer aus. Die komplette Waffenausrüstung des albanischen Mannesder damaligen Zeit bestand aus der Flinte mit Abzugshahn, die auf der Schul-ter getragen wurde, zwei Pistolen, einem Schwert, einem Dolch und der Pa-tronentasche. Alles war mit Silber beschlagen und oftmals auch vergoldet. DieTechniken ihrer Bearbeitung waren verschiedenartig- Guß, Bosselung, Gra-vur oder Filigranarbeit. Die gegossenen bzw. gehämmerten Gegenständewurden häufig auch mit Silber beschlagen. Die Filigranarbeiten sind von be-sonderer Feinheit und waren eher eine Spezialität der Städte des Nordens( Shkodra, Prizren usw.). Die mit Filigran gearbeitete Fläche erscheint wie einwahrer Spitzenbesatz und erfordert Geduld und besondere Geschicklichkeit.Aus den Schmuckmotiven geht klar hervor, daß in der damaligen Zeit in Alba-nien, wie auch in den anderen Balkanländern, der Einfluß des Ostens und desWestens ziemlich stark zu spüren war. Diese Motive waren gleichzeitig mitanderen Symbolen aus Byzanz vermischt, wobei allerdings ein reicher Fondsan einheimischem Repertoire vorhanden ist. Der doppelköpfige Adler, derschon zur Zeit von Byzanz bekannt war, erhält in diesen Jahrhunderten dieBedeutung des nationalen Symbols, das auf zahlreichen weltlichen Gegen-ständen in breitem Maße angewandt wird. Neben den zahlreichen geometri-schen und Blumenmotiven kommen hier auch symbolische Tiere mythologi-schen Ursprungs vor.
Die ethnische Originalität der materiellen Kultur wird durch die Erscheinungendes geistigen Lebens ergänzt und erhält dadurch einen vollständigen Inhalt.Die geistigen Tugenden wie Treue, Gastfreundschaft, Heldenmut, grenzenlo-se Liebe für das Vaterland, die moralische Norm der gesellschaftlichen Hilfein Not und Unglück haben im Laufe der Jahrhunderte die kompakten ethno-graphischen und ethnischen Beziehungen der verschiedenen albanischenDörfer und Gebiete bewahrt und entwickelt. Die angewandten Künste sind mitder Folklore als besonderer Erscheinung der geistigen Kultur eng verbunden:mit dem legendären Epos, das aus dem Mittelalter stammt, mit den schönenLiedern und Tänzen, Märchen und Sagen, mit den Volksspielen und demVolkshumor in den Winternächten und den verschiedenen Familienfesten undFeierlichkeiten. Nach dem zweiten Weltkrieg betrat Albanien einen neuen
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