Vorwort
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Im Zuge der systematischen Neubearbeitung alter Sammlungsbestände desÖsterreichischen Museums für Volkskunde und des Museums für Völkerkun-de im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee stellte sich heraus, daß diehier befindlichen Kollektionen zur Volkskunde Albaniens einen durchaus re-präsentativen Überblick über die materielle Kultur dieses für Sprachwissen-schaft und Volkskunde gleichermaßen interessanten Balkanlandes geben.Hatten doch österreichische Wissenschaftler Arthur Haberlandt, FranzNopcsa, Franz Heger, Johann Georg von Hahn, um nur die wichtigsten zunennen- durch ihre Sammler- und Forschertätigkeit nicht nur den Grundstockzu den erwähnten Kollektionenn gelegt, sondern auch durch ihre Veröffent-lichungen Standardwerke zur Volkskunde Albaniens hinterlassen, welche bisheute zu den Grundlagen für ein Studium derselben gehören und erfreulicher-weise auch bei den albanischen Kollegen einen ausgezeichneten Ruf besit-zen.
Gemäß der Zielsetzung des Ethnographischen Museums, als ,, Fenster nachdem Osten und Südosten Europas" in Sonderausstellungen den Reichtumder volkstümlichen Überlieferungen dieser Länder und ihre sammlerische Do-kumentation sichtbar zu machen, wurde die Überarbeitung der albanischenSammlungen auf den Plan einer Ausstellung mit dem Arbeitstitel" ÖsterreichsBeitrag zur Erforschung der Volkskultur Albaniens" ausgerichtet. Gleichzeitigsetzten Bemühungen um ein Wiederaufleben der Verbindungen zwischen derÖsterreichischen und der albanischen Volkskunde ein, welches durch die Be-mühungen der Botschaft der SVR Albanien in Wien auch glücklich zustandekam und zunächst zu einer wissenschaftlichen Studienfahrt zweier Mitarbeiterdes Ethnographischen Museums nach Albanien führte.
Die auf dieser Reise geknüpften Kontakte mit albanischen Institutionen brach-ten als wichtigstes Ergebnis die nunmehr in Kittsee gezeigte Ausstellung ,, Al-banische Volkskultur", welche vom Institut für Volkskultur der Akademie derWissenschaften Albaniens gestaltet und zur Verfügung gestellt wurde. DerUmfang und die Geschlossenheit dieser Präsentation führte freilich dazu, daßdie Pläne zur Ausstellung der bereits in Kittsee befindlichen Albanienkollektio-nen einstweilen zurückgestellt und auf den Herbst 1984 verschoben werdenmußten, doch ist sich das Ethnographische Museum sehr wohl der Ehre be-wußt, welche diese erste Ausstellung albanischer Volkskultur außerhalb derSVR Albanien für die österreichische Volkskunde und besonders für Kittseebedeutet.
Dem Dank an das Institut für Volkskultur der Akademie der Wissenschaften
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