Shkodra, Prizren, Gjakova, Elbasan, Berat, Korça usw. Neben dem Geschirrund anderen Haushaltsgegenständen sowie Arbeitswerkzeugen wurden dortauch eiserne Pforten, Fensterläden, Eisengitter für Wohnhäuser usw. herge-stellt.
Unter den Manifestationen des Lebens auf verschiedenen Gebieten zeichnetsich auch die Volksarchitektur aufgrund ihrer Vielfalt und Mannigfaltigkeit aus.Sie erscheint in verschiedenartigen Formen entsprechend den historischenUmständen, den sozialökonomischen Bedingungen, den Besonderheiten desGeländes und der Baumaterialien.
Die Befestigungsmerkmale der Wohnhäuser der Berggegenden, der pittores-ke Charakter der offenen Wohnhäuser auf den Ebenen bzw. in den StädtenBerat und Shkodra, die Kontraste in den aus Stein und Holz gebauten Häu-sern der Stadt Gjirokastra bzw. die interessante technische Ausführung derWohnhäuser der Stadt Korça sind einige der herausragenden Werte, die vonbekannten albanischen Meistern geschaffen worden sind. Das albanischeWohnhaus kann ohne die reiche Ausstattung des Interieurs und Exterieursnicht verstanden werden.
Die Tradition der Verarbeitung und Verzierung der kleinen Holzgegenständefür eigene Bedürfnisse wurde von den Bauern selbst bis in unser Jahrhundertlebendig erhalten. Die Hirten verzierten ihre Hirtenstäbe und produzierten Löf-fel, Pfeifen, Spinnrocken, Spindeln, verschiedene Flöten, Çifteli ¹), Lahuta 2).Sehr bekannt waren auch die traditionellen Stühle wie die der Gegenden vonDukagjin, Mirdita, Puka, die Wiegen, Brauttruhen und weiter zahlreiche Ge-genstände in allen Gebieten des Landes.
Diese Objekte besitzen in den meisten Fällen harmonische und elegante For-men, ihre Oberfläche wird mit Eingravierungen bzw. mit Nadelstich verziert,nicht selten sind aber auch Reliefnachbildungen anzutreffen. Die angewand-ten Motive sind im allgemeinen geometrischen Stils: Pflanzenmotive, zoomor-phe und anthropomorphe Motive. Es handelt sich dabei um sehr interessanteplastische Verzierungen, so die Handgriffe der Hirtenstäbe, die Lahutastiele,die Lehnen einiger Stühle usw. Diese Motive haben einen sehr alten Ursprungund sind oftmals analog zu den in der illyrischen Kunst angewandten Motiven.In einigen Gebieten des Landes wurde die Holzschnitzerei zu einer wahrenKunst erhoben. Diese Kunst wird im 18. und 19. Jahrhundert durch einige Ex-emplare würdig vertreten, die zu den besten in vielen Städten Albaniens ge-hören. Sie sind in den Kultgebäuden zu finden, etwa die Ikonostasen zahlrei-cher orthodoxer Kirche, die jetzt in Museen aufbewahrt werden( die Ikonosta-sis der Metropolia- Kirche von Korça aus dem 18. Jahrhundert, die Ikonostasisder Kathedrale von Berat aus dem Jahre 1850 und viele andere). Die albani-
9