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Die Entstehung und sagengeschichtliche Bedeutung des Seifridsliedes
Entstehung
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passend zu dem Gebete hinüber, und das bei der jezigen Stellungder Strophen recht unvermittelte Einsezen von Str. 29 wird behoben.Außerdem gibt die Angabe des zwölfwöchigen Alleinseins der Jung-frau Glossar ::: zum Glossareintrag frau eine gute Überleitung zu ihrer gleich darauf vom Dichter vor-bereiteten Begegnung mit Seifrid, der sie ja ohne ihren Bedrängerauf dem Felsen antrifft.

Eine zweite Umstellung finde ich in den Strophen, welche denDrachenkampf schildern. Hier schließt Str. 146 mit der Bemerkung,Seifrid habe vom Wurme Ungemach erleiden müssen. Von diesemUngemach ist nun aber in Str. 147 keine Rede. Vielmehr schildertdiese allerdings wohl verderbte Strophe, wie Seifrid mit seinemSchwerte das Horn des Drachen weich haut und die vom Drachenselbst ausgehende Hize das übrige tut, das Horn zerfließen zu machen.¹)Das Ungemach aber, das Seifrid leidet, steht in Str. 145, nachwelcher der Drache Seifrid mit seinem Schwanze umschlingt. Unddies hinwiederum wird dem Drachen dadurch erleichtert, daß Seifrid,wie es in Str. 146 heißt, es aufgibt, ihn von vorne anzugreifen,und ihn vielmehr in der Mitte packt. Also ergibt sich folgendeReihenfolge der Strophen:

144. Der alt Trach bleyb alleine

Und thet Seyfriden not;

Im gieng auß seynem halse

Die flammen blaw und rot,

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Er stieß gar offt und dicke

Badan Seyfriden, das er lag;Er kam bey seyner zeyteNie inn so grosse flag.

146. Seyfrid der schlug mit grymmenDen wurm wol auff das horn;Er mocht nicht lenger bleybenUnd schlahen den wurm vorn,Er schlug in auff die seytenWol auff ein hürnen dach.Yedoch so must er leyden.Vom wurme ungemach.

145. Der Trach so TeuffelischenMit seynem schwanze facht,Das er den held SeyfridenGar offte dareyn flacht,Vnd meynt in ab zu werffenWol von dem stayn so hoch;Seyfrid sprang auß der schlingen,Das er in nicht dreyn zoch.

147. Er schlug so weych das horen

Mit seynem schwerdt so gut.Und auch die hig vom Trachen,Als wer gemacht ein glut

1) Diese Strophe ist bisher falsch aufgefaßt worden, auch von Golther;das beweist die Stellung von V. 1. 2 bei ihm in Parenthese. Durch dasund auch 3. 3 ergibt sich doch, daß die Hize des Drachen dasselbe bewirkt wieSeifrids Schwert, nämlich das Abrinnen der Hornhaut.