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Die Entstehung und sagengeschichtliche Bedeutung des Seifridsliedes
Entstehung
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den Drachenstein geführt habe, wo es ihr an Speise und Trank

nicht gemangelt habe.

20.

Dann heißt es weiter:

Er het sie auff dem steyne

Biß in das vierdte Jar,

Das sie gesach keyn menschen,Das glaubet mir fürwar;Sie was auch alters eynigZwölff wochen oder mee,Sie waynete täglichen,

Jr ellendt thet jr wee.

21. Der Trach legt da seyn haupteDer Junckfraw inn ir schoß.Dannocht so was seyn sterckeSo gar on massen groß,Wenn er den athem auß ließOder den an sich zoch,Das der stayn denn erzittertUnder dem Trachen hoch.

Diese beiden Strophen stehen in keinem Zusammenhang; viel-mehr setzt Str. 21 die Schilderung von Str. 19 fort. Aus Liebeversorgt der Drache die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau mit Speise und Trank, Liebe er-klärt es auch, daß er ihr das Haupt in den Schoß legt. Fernerläßt sich in Str. 21 das da" nur dann einigermaßen erklären,wenn gerade vorher die Örtlichkeit näher beschrieben war; auch dasist in Str. 19 der Fall. Außerdem gibt der Drache in Str. 26 derJungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau die Erklärung, daß er über fünf Jahre seine menschlicheGestalt wiedergewinnen werde. Stünde nun Str. 20 am richtigenPlay, so müßte man an vier Jahre zu diesen fünf hinzuzählen.')Unmöglich wäre das ja nicht, immerhin aber wäre es merkwürdig,wenn der Drache erst am vierten Ostertage zum Mann würde. Näherliegt es doch anzunehmen, daß dies jeden Ostern der Fall ist. Istnun Str. 20 interpoliert?) Man sieht nicht recht, weshalb diesgeschehen sein sollte. Deshalb möchte ich lieber an eine Umstellungdenken. Str. 20 gehört hinter Str. 28, vor das Gebet der Jung-frau Glossar ::: zum Glossareintrag frau, das sie natürlich in Abwesenheit des Drachen spricht. DieTränen, welche die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau nach Str. 20, 7. 8 vergießt, leiten

1) Als stärkster Beweis für die Unangebrachtheit dieser Rechnung würdeStr. 125 gelten, wenn sie echt wäre. Vergl. S. 10 ff.

2) Daß der Verfasser des Volksbuches diese Strophe in seiner Inhalts-angabe übergeht, beweist nur, daß er sie als störend empfand, nicht aber, daßer sie nicht las.