Wolframs von Eschenbach Reimbearbeitung des Pârsîwalnâmä 69
nur eine Reihe von Stunden. Beide Entfernungen gibt Wolframrichtig an.
Den letzten Schauplatz der Geschehnisse bieten die von Artushandelnden Stellen. Da die Neuphilologen den, lediglich der chau-vinistischen Phantasie des 22jährigen Kaplans Gruffud zu Monmouthentsprungenen Keltenhäuptling Glossar ::: zum Glossareintrag Keltenhäuptling Artur( mit r!) mit dem KönigArtus( mit s!) verwechselten, glauben noch heute viele an denkeltischen Ursprung des Artus. Er spielt immer nur Statistenrolle.Daß sein Name auf Arta Chusrus rückzuführen, der Name in roma-nischer Umformung aus, Arthusr' entstanden, scheint mir ge-sichert. Der Firdausische berühmte Kai Chusru dürfte das Vorbildabgegeben haben. Denn auch dieser wird uns bei Festen vorgeführt,auch hier erscheinen die bekannten klagenden Parteien vor derTafelrunde und eilt ein Ritter hinweg, um das Abenteuer zu be-stehen. Das ,, Pfingstfest" des Königs ist abendländische Glossar ::: zum Glossareintrag abendländische Umfor-mung( es war bei uns die Zeit der Königsfeste) aus einem ursprüng-lichen Herbstfest, wie sich aus Wolframs Daten noch berechnenläßt. Außerdem scheint Erinnerung an den großen PerserkaiserChusrus I. mitzuspielen, der Ostiran von den Weißhunnen befreite.Im übrigen liegt in der Gestalt des ,, wahren Berühmten" ,,, reinenErlauchten" nichts, was man benützen könnte. Um so fruchtbarerder geographische Namenskreis, in dem er auftritt.
Er ist König der Bertun im Kgr. Bertan- e. Es dürften dochweniger die Berdurani im Ghor in Betracht kommen als die vonIstachri genannten Objekte Bertan, Fluß und Ort. Sie liegen inChottal, Mittelbuchara. Seine Hauptstadt ist Nant- is. Das Kgr.Nantou soll westlich von Badachschan gelegen haben. Die Haupt-stadt besaß steinerne Häuser, was auch aus Wolfram hervorgeht.Die zweite Hauptstadt ist Bems an der Korca, was sich auf dasKgr. Bâmîân mit dem Bamian- und Karsufluß beziehen muß.Den Karsu aufwärts zieht Artus alljährlich über den Kalu-( 3900 m)und Hadschigak- Paß( 3800 m) auf seine Herbstfrische ins Quell-gebiet des Plimisol- Hilmänd. Englische Reisende preisen dieTeile seines Oberlaufes ob ihrer malerischen, blühenden Schönheit.Dabei überschritt er den Brizlian- Forst, den Zusammenstoßder Hindukuh- und Kuh- i- Baba- Ketten. Hier erstreckte sich seinLand Lover- Erde( Zämîn- i dâwar, Zämîn- i luwar, Erde der Pässe)mit dem Lieblingsgebiet Dianazadrun( dîn âzâd rûn; dîn Religion,âzâd adlig, vornehm, edel, frei, rûn Gegend). Die Artusplätze er-strecken sich somit von der Hilmändquelle nordwärts über TeileNordafghanistans bis Mittelbochara. Artus ist König( schâr istder histor. Titel dieser Könige) von Lower, Bamian, Nantou, Ost-Chottal. Schon 1882 nannte W. Geiger diese Gegenden von alters
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