Truhen Renaissanceformen
Zum Typus der Seitstollentruhe, dieals mittelalterliche Konstruktionsform imländlichen Möbel noch bis ins 18. und19. Jahrhundert in Gebrauch stand, trat im17. Jahrhundert die Form der Sockeltruhe.Dabei stand der Truhenkörper auf einemkonstruktiv selbständigen Sockel. Die Wän-de der Truhe wurden nun meist gezinktgefertigt, entsprechend den von Schrei-nern seit der Frühneuzeit entwickeltenEckverbindungen.
Kennzeichnend für die Truhen die-
ser Epoche sind: Dreifeldergliederung derSchauseiten, Rahmung mit Leisten undStäben, Ziertechniken in Holzintarsia, Aus-sägeauflagen, Schablonen- und Intarsia-malerei, Scheinarchitektur( Torturmmo-tive'), heraldische Zeichen( Doppeladler),Rosetten, Blatt- und Pflanzenwerk, Ara-besken und Grotesken. Diese Truhen sindTeil einer renaissancegeprägten dörflichenund ländlichen Prestigekultur, die als Re-gionalstil mitunter lange nachwirkten.
Seitstollentruhe
kassettiert, wohl Vintschgau, Südtirol, um 1600