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Österreichisches Museum für Volkskunde : Schausammlung zur historischen Volkskultur ; Begleitbuch
Entstehung
Seite
32
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Mensch und Umwelt

Natur und Zivilisation

Bienenstock

Volkskultur ist

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bei aller Dynamik, der

sie im Einzelnen unterliegen mag- eine Kultur derlangen Zeiträume. Sie ist Aneignung von Natur undAuseinandersetzung mit ihren Möglichkeiten undGrenzen. Ungeschriebene Gesetze regelten den Um-gang mit den Ressourcen; und die traditionellenGesellschaften entwickelten ihre eigenen Systeme,diese auf die bestmögliche Art zu nutzen.

Die vorindustrielle Zeit und ihr Nachwirkenim ländlichen Raum kannte nur einen beschränktenFundus an Materialien und Werkzeugen. Deren Nut-zung aber ist in steter Praxis verfeinert und denjeweiligen Bedürfnissen angepaẞt worden. Natur-gegebene Formen und die Eigenschaften einfachsterMaterialien- wie Holz, Gras oder Rinde- gaben auchnoch in Zeiten fortgeschrittener Spezialisierung denDingen des täglichen Gebrauchs ihr Aussehen.

So hat sich etwa die Gewohnheit, Geräteaus einem Stück Holz zu fertigen, bis in unser Jahr-hundert halten können. Der Werkzeugbedarf ist hier-für so gering, wie die Produkte unterschiedlich sind:Bienenstöcke, Sitzmöbel, Mulden oder Schüsseln, ar-chaisch anmutende Behältnisse, aber auch figürlichePlastiken sind mit Dexeln( Hohlbeilen) und Messernaus dem Stock herausgearbeitete Varianten einereinzigen Grundtechnik.

gehöhlter Stamm mit hl. Johannes NepomukBöhmen um 1830