Druckschrift 
Österreichisches Museum für Volkskunde : Schausammlung zur historischen Volkskultur ; Begleitbuch
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Truhen Frühe Formen

Das wichtigste, zugleich älteste undam weitesten verbreitete Verwahrmöbelwar die Truhe. Die Benennung wird vonindoeuropäisch dereu( o), Baum" abgelei-tet und bedeutet letztlich ein aus einemBaum gefertigtes Gerät". Solche Einbaum-truhen, die, schon in frühgeschichtlicherZeit sachlich bezeugt, die früheste Stufedieses Möbels darstellen, standen in ver-kehrsfernen Gegenden der Alpentälerlange über das Mittelalter hinaus in Ver-wendung.

Satteldachtruhen mit Eckstollenund gespundeten Wänden sind als Arbei-ten der Zimmerleute seit der Gotik be-zeugt. Gleiche Formelemente weisen dieGiebel- Almer" auf.

-

Truhen Spätmittelalter,

Frühe Neuzeit

An die Stelle der Anfertigung vonTruhen mit Zimmermannshacke und Dexeltrat an der Schwelle zur Neuzeit mit derErfindung der Säge die verfeinerte undspezialisierte Herstellung durch Schreiner.Ihre Erzeugnisse sind etwa die Stollen-truhen nach den Konstruktionsteilen inEck-, Front- und Seitstollentruhen unter-schieden und durch deutlich vom Bodenabgehobene Körper und glatte aufge-dübelte Wände gekennzeichnet.

Schon im 13. Jahrhundert erfuhreneiserne Beschläge der Truhen ornamentaleAusgestaltung. Die Schauseiten wurdendurch zunehmend reicher werdendesSchnitzwerk( Ritzungen, Kerbschnitte undausgegründete Flachschnitzerei) verziert,und Farbkontraste wurden als erste Stufezur Möbelbemalung durch Schwärzung derSchnitzornamente erzielt.

Eckstollentruhe

Paznauntal, Tirol, 16. Jahrhundert