Siedlungsformen
In der Besiedlung und Bewirtschaf-tung des Naturraumes manifestiert sich dieKulturleistung des Menschen. Die gegen-wärtig noch feststellbaren Strukturen sindim wesentlichen das Ergebnis des mittel-alterlichen Landausbaues.
Der altbairischen und alemanni-schen Besiedlung mit ihren Weilersied-lungen und Blockfluren, die im inneralpi-nen Raum sukzessive die slawische undromanische Vorbevölkerung verdrängte,folgte im Hochmittelalter der planmäßigeAusbau im Osten des Landes und die Er-schließung der Alpentäler. Auf diese Zeitgehen die geschlossenen DorfanlagenStraßen- und Angerdörfer mit Gewann-fluren- zurück, ebenso die vorwiegend vonKlöstern und weltlichen Lehensherren ge-förderten Viehhöfe. Zur selben Zeit kames zu einem wirtschaftlichen und kultu-rellen Aufblühen der Städte.
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Haus und Hof
Die Bauernhöfe galten lange Zeit alsLeitformen menschlicher Behausung undals Ausdruck stammesgeschichtlicher Art.Die neuere Forschung berücksichtigt hin-gegen ihre Abhängigkeit von natürlichenBaustoffen, Klima, Bautechnik und wirt-schaftlichen Strukturen. Sie betrachtetdie traditionellen Bauformen in ihremhistorischen Wandel und untersucht denstilprägenden Einfluß der großen Kul-turepochen. Unter dem Begriff„ Hausland-schaften" versuchte man, die regionalenHoftypen räumlich und zeitlich zusam-menzufassen.
Der salzburgisch- tirolische Einhofund der oberösterreichische Vierkanthofstellen zwei entgegengesetzte Gestal-tungsmöglichkeiten innerhalb einer Ent-wicklung dar, als deren Ausgangspunkt derungeregelte baiuwarische Haufenhof desFrühmittelalters angesehen werden kann.Die additive Bauweise von Hakenhöfen undStreckhöfen kennzeichnet hingegen denOsten des Landes.
Oberinntaler Häusergruppe
Modell, Tirol, dat. 1918
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