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Österreichisches Museum für Volkskunde : Schausammlung zur historischen Volkskultur ; Begleitbuch
Entstehung
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der Konzeption der Ringstraßenmuseen maßgeblichbeteiligte Wiener Museumsmann, hatte sich im Zu-sammenhang mit der Wiener Weltausstellung von 1873nicht nur ein Museum für Ethnologie, sondern bereitsauch ein solches für eine Völkerkunde Österreichs ge-wünscht. Der rapide kulturelle Wandel der Gründerjahrebeförderte auch ein bis dahin unbekanntes Maß an Be-schäftigung mit der eigenen Kultur und Vergangenheit.Die frühen volkskundlichen Sammelbemühungen fügtensich gut ein in dieses fächerübergreifende und mehrkulturhistorisch orientierte Interesse. Wilhelm Hein undMichael Haberlandt, die beiden von der Ethnologiebeziehungsweise Anthropologie herkommendenMuseumsgründer, fügten jedoch der zeitgenössischenAltertümerbegeisterung eine entscheidende Note bei.³Ihnen war es angelegen, die vielfältigen Erscheinungs-formen populären Schaffens vergleichenden Sammlun-gen zuzuführen, um angesichts einer selbst in denentlegensten Winkeln der Monarchie unerbittlich andie Tür klopfenden Moderne, die spezifischen und dieverbindenden Prinzipien der regionalen und nationalenVolkskünste gerade noch rechtzeitig erfassen zu können.Daß dieser Gedanke, auch wenn er die Kollektion in derzentralistischen Hauptstadt vereinen sollte, gezielt gegenden in der Monarchie grassierenden Nationalismus inten-dierte, verdient besondere Anerkennung.

Das Museum ist demnach gewissermaßenein Denkmal dieser Monarchie, und das blieb es auchnoch lange nach dem Ersten Weltkrieg. Schließlichhatte ja ein gutes Drittel des Bestandes bereits vor 1918Aufnahme in die Sammlungen gefunden. Manchedieser Sonderkollektionen kamen durch ganz gezielteSammelreisen zustande, andere wurden auf dem damalsüblichen Weg rekrutiert: durch Verbindungsleute, welchedem Antiquitätenhandel mehr oder weniger nahestanden. Als Schwerpunkte hatten sich sehr bald Möbel,Textilien und Keramik herauskristallisiert, neben denimmer wieder angelegten seriellen Sammlungen etwa