6.2. SANKT
MARGARETHEN
1926 wohnten dem in GROSZHÖFLEIN aufgeführten" Leiden Chris-ti- Spiel" Pfarrer Josef Kaindlbauer und der Obmann derkatholischen Jugendgruppe Emmerich Unger, beide aus SanktMargarethen, bei. Von dem Spiel stark beeindruckt, beschlossensie ebenfalls ein Passionsspiel aufzuführen. Noch im selbenJahr fand die erste Vorstellung in SANKT MARGARETHEN statt,damals noch auf einer einfachen Bretterbühne im Hof der ElternEmmerich Ungers, der auch der erste Christusdarsteller war.Im 1929 errichteten Pfarrheim wurde ein Theatersaal einge-richtet, in den die Aufführungen bis 1961 verlegt wurden. 1933legte die Spielgemeinde ein Gelöbnis ab, das Spiel alle 10Jahre aufzuführen.
Bis heute ist die Passion und ihre Aufführung tief im Bewußt-sein der St. Margarethener verankert.
Zirka ein Fünftel der Ortsbewohner nimmt aktiv am ca. drei-stündigen Spiel teil, das mit der Bergpredigt beginnt und mitder Himmelfahrt endet. Praktisch aber ist die Hälfte der Orts-bewohner im weiteren Sinn beteiligt.
Die erspielten Einnahmen werden gemeinnützigen Zwecken zuge-führt( Bau der Passionsspielkirche, Bau eines Kindergartens,Anschaffung einer Orgel usw.).
1961 verließ man mit den Aufführungen das zu eng gewordenePfarrheim und verlegte sie in die gewaltige, stimmungsvolleNaturkulisse des Römersteinbruches.
Prälat Johannes Kodatsch schuf einen neuen Text, Burgschau-spieler Alfred Schnayder inszenierte das Spiel und J.D. Boschschuf das Freilichtbühnenbild.
Obwohl der fremdenverkehrstechnische Aspekt nicht übersehenwerden darf, ist doch die innere Einstellung der Spieler, ihrWunsch, das Wort der Bibel zu verkünden, durch die Jahregleich geblieben und zieht die Zuschauer stärker in ihrenBann, als es bloße Perfektion vermöchte.
Neben der Passio Domini wurde 1936 das alte niederländischeSpiel" Marias Siebente Herrlichkeit" aufgeführt, 1958" Ber-nadette- Das Wunder von Lourdes" nach dem Roman von FranzWerfel und für 1968 war ein Fatima- Stück geplant, dasaber nicht zur Aufführung gelangte.
1980 wurde ein Passionsspielmuseum eröffnet.
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