4.2.3. Das Spiel vom Jüngsten Gericht
Überlieferung: Das Jüngste- Gericht- Spiel hat lange zuden lebendigsten Heidebodenspielen gehört. In APETLON und inILLMITZ wurde es von den Dorfleuten bis in die dreißiger Jahregespielt," trotzdem in APETLON die geistliche Obrigkeit dasSpiel heftig bekämpfte, weil aus dem Erlös eine Gasterei fürdie Spieler veranstaltet wurde, konnte es nicht ausgerottetwerden"( Horak 1940). Auf TADTEN als Spielort weist eine Nach-richt von einer verschollenen Handschrift aus dem Jahr 1867hin( vermutlich von Mathias Bors).
In der volkskundlichen Literatur ist bisher nicht angeführtdie
( 107) Handschrift aus ILLMITZ mit dem Titelblatt" Gärt-ner Johan In ober Illmitz No. 69, 1898"
( mit zusätzlichen Namensangaben: Jandl Jozsef, No. 254,1908; Gartner Mathias, No. 69%; Wegleitner Barbara, No.69).
Großfolio, 100 Seiten paginiert
( Burgenländisches Landesmuseum Inv. Nr. 212),
die somit an die Seite der ILLMITZer Handschrift des Schau-spiels vom Jüngsten Gericht aus dem Jahr 1892 tritt, die sichder damalige Spielleiter Franz Jandl schon als sechzehnjäh-riger Bursche hergestellt hatte.
Eine wissenschaftliche Aufzeichnung des" Letzten- Gericht-Spiels" von APETLON konnte in den dreißiger Jahren Karl Horakvom seinerzeitigen Lehrmeister Johann Munzenrieder aus demGedächtnis diktiert werden. Sein Sohn Michael Munzenrieder( geb. 1913) zusammen mit seinen Geschwistern Andreas Münzen-rieder( geb. 1921), Anna Pitzl( geb. 1914) und Ernestine Klein( geb. 1915) waren schließlich die Gewährsleute für die aus-schnittweise Aufzeichnung durch Walter Deutsch für das Öster-reichische Fernsehen( 18.12.1975) und die Sprechaufnahme
" Komedie vom letzten Gericht" aus APETLON/ BurgenlandBericht zu einer Tondokumentation des Phonogrammarchivsder Österreichischen Akademie der Wissenschaften.Von Dietrich Schüller und Helga Thiel
( Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes27/1978)
Band
69
69