3.2. KREUZWEGE UND KALVARIENBERGE
Der Bildkunst- im Sinne von Auftragsarbeit geistlicher undweltlicher Mäzene- erwuchsen( nach dem Ikonoklasmus der Re-formation) darin neue sakrale Aufgaben, wie eine ganze Reihespätbarocker Kreuzweg- Gemälde erweist, deren Ursprung sich imBurgenland bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen läßt:
BAUMGARTEN( Ödes Kloster), DÜRNBACH( Friedhof), GÜSSING( Klosterkirche), JOIS( Alte Pfarrkirche), LANDSEE( kath.Pfarrkirche), LITZELSDORF( kath. Pfarrkirche), PINKAFELD( Kalvarienbergkirche), UNTERFRAUENHAID( Wallfahrts-kirche), WIMPASSING( kath. Pfarrkirche) etc.
Eine Sonderstellung in diesem Zusammenhang kommt freilich denvon Fürst Paul Esterházy( 1635-1713) gestifteten( begehbaren)Kalvarienbergen von FRAUENKIRCHEN( nach 1683) und EISENSTADT( 1705) zu: zwei Zeugnissen barock- sensitiver volkstümlicherPassionsfrömmigkeit, die den Gläubigen gewissermaßen ermög-lichen sollten, die Passion Christi in möglichst hohem Gradeauthentisch nachzuvollziehen.
Sicherlich handelt es sich bei diesen Kalvarienbergen umbemerkenswerte Denkmäler spätbarocker burgenländischer Bau-kunst und dennoch: die ursprünglich gegebene funktionelleStellung der Anlagen hat unbedingt Vorrang vor der ästhe-tischen.
Kalvarienberg in EISENSTADT
Kreuzweg mit Gnadenkapelle( MARIA EINSIEDELN); architekto-nisch- plastisches Denkmal barock- volkstümlicher Frömmigkeit,im Auftrag des Fürsten Paul Esterházy von P. Felix Nierinck( 0.F.M.) nach dem Vorbild von MARIA ENZERSDORF( NO) errichtet(" versteinertes Theater"). Übergabe samt einer Kapelle derHl. Apollonia und St. Wilgefortis an die Franziskaner, 1705.( Restaurierung 1959/60).
( 62) Entkleidung Christi
Aufn. N.Dobrowolskij, 1981
( 63) Christus an der Geiselsäule
Aufn. N.Dobrowolskij, 1981
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