2.3.5. Faschingsbegraben
Die Faschingszeit markiert einen Ausnahmezustand. Es herrschtNarrenfreiheit, in der die Welt auf den Kopf gestellt wird.Die Regentschaft des Faschings dauert allerdings nur kurzeZeit. Im Mittelalter wollte man den Menschen damit deutlichvor Augen führen, daß das sinnenfreudige Leben, daß das Daseinauf dieser Welt nur von vorübergehender Dauer sei und man sichauf das ewige Leben vorbereiten müsse.
Man setzte daher vor Beginn der Fastenzeit ein drastischesZeichen, indem man den Fasching als Puppe sichtbar zu Grabetrug oder verbrannte.
Dieser Brauch, der natürlich zu einer Persiflage der litur-gischen Handlung verleitet, blieb bis in die Gegenwart leben-dig. Nicht selten wird die größte Alkoholleiche für die Rolledes Faschings ausgewählt. Mittelpunkt der Begräbniszeremoniebildet oft eine Faschingspredigt, bei der die Vorkommnissedes letzten Jahres öffentlich gemacht werden.
( 39) Die Narren halten beim aufgebahrten" Fasching" Toten-wache. Mogersdorf.Aufn. E. Hanak, 1974
( 40) Der eingesegnete" Fasching" wird aus dem Sarg gelassen.Mogersdorf.
Aufn. E. Hanak, 1974
( 41) Der" Fasching" brennt. Trauernd nimmt die Gemeinde vonihm Abschied.
( 42) Faschingspredigt in Goberling.
Aufn. E. Hanak, 1974
Aufn. M. Martischnig, 1982
( 43) Die größte Alkoholleiche wird als Fasching aufgebahrt.Goberling.
Aufn. M. Martischnig, 1982
( 44) Mit Musik bewegt sich der Leichenzug zur Begräbnis-stätte. Goberling.
Aufn. M. Martischnig. 1982
( 45) Unter Anteilnahme der Bevölkerung wird die Faschings-leiche von den Burschen auf einen Misthaufen bestattet.Aufn. M. Martischnig, 1982
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