anderen geeigneten Sälen gespielt.
Den Kernbestand dieser Spiele bildeten vor allem die Texte desWeihnachtsfestkreises, manchmal erweitert um Paradeisspieleoder Stoffe aus Volksbuch und Legende.
Eine besondere Bedeutung kam der" inneren Orientiertheit" derStube zu, d.h. es wurde vornehmlich in der Diagonale des Rau-mes auf den" Herrgottswinkel" zu gespielt.
Die Bewegungen waren stilisiert, die Sprecher schritten im" versus- Schritt" auf und ab.
Fast immer waren die Texte schriftlich fixiert, die Leitunglag in den Händen eines Spielführers.
1.8.5. Großspiel
bzw.
Bühnenspiel
Hier sind vor allem die Formen des Schultheaters und des Ver-einstheaters der neueren Zeit einzuordnen.
Der Unterschied zum Stubenspiel liegt vor allem darin, daß dieZuschauer zum Aufführungsort kommen.
Requisiten, Kostüme und Kulissen spielen eine weit größereRolle, die Annäherung an das professionelle Theater wird viel-fach versucht.
Die Themen der Aufführungen entstammen meist dem Bereich desVolksbuches und seiner Nachfahren in der trivialen Volksdra-matik.
1.8.6. Freilichtspiel
Die Aufführungen finden an einem häufig traditionellen Ortstatt, die örtlichen Gegebenheiten werden einbezogen.Meist sind es Passionsspiele, die in dieser Form aufgeführtwerden. Heute lassen sich dabei, trotz der ungebrochen weiter-lebenden inneren Gesinnung der Darsteller, Tendenzen zu einerFremdenverkehrsattraktion feststellen.
Eva Kausel
21
24