2. Strom als Lichtquelle
Durch die bereits angeführten Nachteile des Gases und besondersdurch die technische Unmöglichkeit, die Helligkeit über eine gewisseGrenze hinaus zu steigern, hatte eine andere Energieart, der elektri-sche Strom, sehr bald seine Chance. Wenn zu Beginn des vorigenJahrhunderts zwischen den beiden Energieträgern für ein heftiger,, Kampf entbrannte", so ist das nicht so aufzufassen, als ob dereinzelne Bürger die Entscheidungsfreiheit gehabt hätte, sich für dieeine oder andere Energieart in seinem Haushalt zu entscheiden. DieLandbevölkerung schied zunächst sowieso aus, und in den größerenStädten, in denen Elektrizitätswerke gebaut werden sollten, warennoch Gaswerke vorhanden, die die Haushalte versorgten. Allerdingswar die Gasversorgung auch in älteren Wohnhäusern nicht möglich,da der nachträgliche Einbau von Leitungen vielfach störend, aber auchsehr kostspielig war. So blieb im allgemeinen der Bürger noch langeZeit bei seiner Petroleumlampe. Gas und Strom konkurrenzierten sichzunächst also in den öffentlichen Gebäuden, den besseren Hotels undGaststätten, Theatern, Vergnügungsstätten, Sälen, Schulen, Kaser-nen, Fabriken, Büros, Bahnhöfen und natürlich in der Straßenbeleuch-tung. Gerade bei der Straßenbeleuchtung hatte es die Elektrizitätbesonders schwer, denn diese war Angelegenheit der Gemeinde, dieauch sehr viel Kapital in die Gaswerke investiert hatte und Besitzerwar: zunächst einmal eine offensichtlich hoffnungslose Ausgangssi-tuation für die elektrische Beleuchtung. Hinzu kam, daß Karl Auer vonWelsbach, ein Schüler Bunsens, den schon erwähnten Glühstrumpfentwickelte, der noch einmal als neues ,, Gasglühlicht"- die Gas-beleuchtung, eine sehr billige Beleuchtungsart zudem, entscheidendweiterbrachte.
Doch blicken wir jetzt zurück und betrachten die Entwicklung derelektrischen Beleuchtung in kürzester Form: Hartmann entdeckt diemagnetische Inklination( 1544); Otto von Guericke erfindet die Elektri-siermaschine( 1663); in weiterer Folge begegnen uns Namen wieDufay, von Kleist, Franklin, de Coulomb, Galvani, Volta, Ohm, Fara-day, Morse und viele andere mehr.
Für unser Thema mag allerdings Thomas Alva Edison( 1847-1931)die bedeutendste Rolle spielen. War er es doch, der die Kohlenfaden-lampe( 1879) nach Angaben von Göbels( 1854) und den erstendampfgetriebenen Stromgenerator( 1881) entwickelte. 1882 baute erbereits die erste elektrische Beleuchtungsanlage in großem Stil. Wei-ters entwickelte er die bis auf den heutigen Tag übliche Fassung für
114