b) Dochtscheren und Löschhütchen
Dochtscheren und Löschhütchen waren zwar nicht unmittelbar not-wendige Utensilien, dennoch aber wurden sie gebraucht und z.T. auchtechnisch weiterentwickelt, wie z. B. ein Kerzenleuchter mit Löschau-tomatik( Inv.-Nr. 55.331, derzeit in der Sonderausstellung„ Waage undMaẞ" im Schloßmuseum Gobelsburg zu sehen; im Katalog„ Waageund Maẞ" unter der Kat. Nr. 156 angeführt).
Dochtscheren oder auch Lichtputzscheren werden schon im AltenTestament erwähnt. Waren es damals noch sehr einfache Formen, soerhielt die Schere am Ende des 16. Jahrhunderts an einer Klinge jenescharakteristische Kästchen(= Dochtbehälter), das den sonst auf denBoden fallenden abgeschnittenen Docht auffangen soll. Damit ist dieFunktion der Dochtschere bereits gesagt: Man konnte mit ihr dasbereits verbrannte Dochtstück abschneiden( den Docht schneuzen),da dieses verkohlte Dochtende nur ruẞte und zudem die Kerze schnel-ler abbrennen ließ. Mit dem Aufkommen der Stearin- und Paraffinker-zen verlor die Lichtputzschere allmählich ihre Bedeutung, da dieseKerzen langsamer und vollständiger abbrennen.
Inv.-Nr. 55.651
262 Kleine Dochtschere, Handarbeit aus starkem Messingblech. Halb-kreisförmiger Dochtbehälter, vertikal auf der spitz auslaufendenSchneide aufgesetzt. Schenkel mit gefeiltem Rillenmuster.Vermutlich Mitte 18. Jahrhundert. Erworben in Bozen, Südtirol.|= 6,2 cmGroße Dochtschere, Kirchengerät; Schmiedeeisen. Halbkreisförmi-ger Dochtbehälter, vertikal auf die Schneide aufgesetzt. Schenkel mitFederklemme, abgewinkelter Schaft mit eingesetzter Schnurrolle;Schaftende mit Aufstecktülle.
263
264
265
18./19. Jahrhundert. Erworben in Hall, Tirol.1= 26 cm, h= 31 cm
Inv.-Nr. 55.642
Dochtschere, Schmiedeeisen. Großer halbkreisförmiger Dochtbehäl-ter, vertikal auf die Schneide aufgesetzt. Kurze Schenkel, zu großenGriffringen ausgeschmiedet.
18./19. Jahrhundert. Erworben in Judenburg, Steiermark.|= 19 cm
Inv.-Nr. 55.629
Dochtschere, Eisen, gestanzt. Rechteckiger Dochtbehälter mit aus-gekehlten Ecken, profilierte Schenkel, flammenförmige Spitze.
19. Jahrhundert. Erworben in Salzburg, Stadt.
102
|= 20,5 cm
Inv.-Nr. 55,640