6. Lichtverstärkung traditioneller Lichtquellen
Handwerker, besonders aber Schuster, verwendeten in ihren Werk-stätten sogenannte„ Schusterkugeln". Diese waren hohle Glaskugeln,in die Wasser gefüllt wurde. Sie wurden sodann auf einem„ Galgen"oder einem ähnlichen Gestell angebracht und vor die Lichtquellegestellt. Das Licht der Kerze oder auch Petroleumlampe wurde nachdem Prinzip der optischen Linse gebündelt und konzentriert und damitwurde die nähere Umgebung stärker erhellt als durch den einfachenLichtschimmer. Vielfach wurden auch mehrere derartige Schusterku-geln zusammengehängt und die Lichtquelle in die Mitte zwischen dieKugeln gestellt. In manchen Gegenden- etwa bei den Klöpplerinnendes Erzgebirges- genügte für diese Zwecke auch eine mit Wassergefüllte Glasflasche.
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,, Schusterleuchte", Glas und Holz. Leuchte für einen Arbeitstisch mitvier Plätzen. Pyramidenstumpfförmiges Holzgestell, an dem vier Glas-kugeln an Lederriemen aufgehängt sind.
Vermutlich letztes Drittel 19. Jahrhundert. Erworben in Steyr, Ober-Österreich.
h= 40 cm, b= 22 cm
Inv.-Nr. 56,052
,, Schusterkugel", Glas und Eisenblech. Glaskugel in einem Eisen-blechgestell mit vier Füßen.
19./20. Jahrhundert. Erworben in Wien.d= 21,5 cm
Inv.-Nr. 53.009
Glaslinse, Verstärkerlinse für Licht. Bikonvexe Linse aus grünlichemGlas mit Eisenfassung, auf einem Holzblock.
Vermutlich 19. Jahrhundert. Erworben in Wien.
d= 17 cm
Inv.-Nr. 56.053
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