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2 (1991) Lampen, Leuchter, Licht : Katalog. 2 / Aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde : Österreichisches Museum für Volkskunde, Hauptgebäude Wien, Gartenpalais Schönborn
Entstehung
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c) Grubenlampen

Mehr noch als andere Menschen ist der Bergmann bei seiner Arbeitunter Tage vom künstlichen Licht abhängig. So verwundert es nicht,wenn man im Gebrauch des Bergmanns alle bekannten Lichtspendergefunden hat und findet. Neben Kienspan, Holzfackel, Öl- und Talg-lichtern gab es auch Kerzen. Selbstverständlich machte die weitereEntwicklung des Beleuchtungswesens auch vor den Grubenlampennicht halt. So bedeutete die Entwicklung der Eisenblechlampe( abetwa 1500 n.Chr.) schon einen Schritt weiter. Die Blechlampe entwik-kelte sich alsbald zu einer starken, handgroßen Blechschale mitTrag- Spitzhaken, Dochtschnauze und kleiner Fettschaufel, die schoneine Brenndauer von zwei bis drei Stunden hatte, bei aufgesetztemVorratskörbchen sogar vier bis fünf Stunden.

Eine Weiterentwicklung war die wegen ihrer Form scherzhaft ,, Frosch"genannte Grubenlampe. Da sie völlig gedeckt und aus Eisenblechwar, konnte Öl verbrannt werden. Sie war bis um 1900 in schlagwet-terfreien Gruben weltweit verbreitet. Noch in diesem Jahrhundertwaren Öllampen( Ruböl) durchaus noch in Gebrauch. Alle bishergenannten Beleuchtungsmöglichkeiten hatten einen großen Fehler:ein Verlöschen durch Luftzug oder unsachgemäße Behandlung konn-te nicht verhindert werden. Diesem Übel versuchte man durch eineneuartige Konstruktion zu Leibe zu rücken. In der, Freiberger Blende"schließlich hatte man eine Lampe, die von der Konstruktion her( Dach,Boden und drei Seiten waren aus Holz, die vierte Seite hingegen auseiner einschiebbaren Glasscheibe, einige Luftlöcher) mehr Schutzgeben konnte. Diese Lampenart war etwa von 1780 bis 1905 inGebrauch.

Von den im 19. Jahrhundert erfundenen ständig verbesserten neuenLichtquellen eignete sich keine als Grubenlampe. Auch die Petroleum-lampe war wegen ihres zerbrechlichen Zylinders für den Bergbauwenig geeignet. Erst mit den verschiedenen Karbidlampen entstandenlichtstarke Handlampen. Ab dem Jahr 1895 kamen diese mit Acety-lengas betriebenen Wetterlampen", die die zehnfache Leuchtkraft derÖllampen besaßen und noch besser vor Zugluft geschützt waren,mehr und mehr in Verwendung. Auch diese Lampen wurden ständigverbessert, ehe schließlich auch hier elektrisch betriebene Hand- bzw.Kopflampen die moderne Zeit ankündigten.

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