3. Kerzenbeleuchtung
Der Ursprung der Kerzenherstellung und-verwendung ist nicht gesi-chert. Von den Römern allerdings weiß man, daß sie Talg-, Pech- oderWachskerzen verwendeten, wiewohl sie die von den Griechen über-nommenen Öllampen bevorzugten.
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Während die Kerze aus Bienenwachs aufgrund ihrer Bedeutung alsSinnbild der Reinheit und Keuschheit lange Zeit auf den sakralenBereich beschränkt blieb, und ihres hohen Preises wegen nur demAdel und gehobeneren Schichten bei Festlichkeiten vorbehalten blieb,mußten sich die einfacheren Leute mit den billigen Talg- und Unschlitt-kerzen begnügen. Und auch diese wurden meist nur gebrannt, wennes dringende häusliche Arbeiten erforderten. Wachskerzen undWachsstöcke wurden oft nur bei der heiligen Messe oder beim häus-lichen Gebet angezündet. Die aus Abfallfetten entweder selbst herge-stellten oder beim Seifensieder gekauften Talgkerzen ruẞten, tropftenund gaben nur ein kümmerliches Licht. Ihre verkohlten Dochte mußtenimmer wieder mit der Dochtschere, sofern man nicht zwei Fingerbenützte„ geschnäuzt", geschnitten werden. Verbesserungenbrachte erst das vorige Jahrhundert, als 1818 die Stearinkerzen und1837 die billigen Paraffinkerzen auf den Markt kamen.Auch sei festgehalten, daß die Kerzen zu jenen Lichterzeugern gehö-ren, die bis heute verwendet werden. Bei Stromausfällen, besondersaber um Zusammenkünfte und abendliche Gesellschaften festlich undfeierlich zu gestalten, verwendet man schön geformte, z.T. auchgefärbte Kerzen, um die Romantik vergangener Tage kurzzeitig wie-der aufleben zu lassen. Nicht vergessen sei auch auf die verschieden-artigen Duftkerzen, die als„ Luftverbesserer" oder auch ,, Rauchverzeh-rer" sehr in Mode gekommen sind. So ist gerade die Kerze jener,, Beleuchtungskörper", der die längste Verwendungszeit aufweisenund auch durch modernste( Licht-) Techniken nicht ganz verdrängtwerden kann. Schließlich möge man bedenken, daß die Kerze als„ fester Brennstoff" leicht lagerbar und überallhin zu transportieren ist.Nach wie vor hat die Kerze im Kultus die hervorragende Stellung undes gibt für sie keine Alternative.
Auf die Gestaltung der Kerzenleuchter wurde größte Sorgfalt verwen-det. Sie zeigen je nach ihrer Verwendung in Kirchen, Schlössern,Bürger- und Bauernhäusern eine Mannigfaltigkeit an Materialien undFormen. Neben dem dekorativen Aspekt wurden auch immer prakti-sche Überlegungen miteinbezogen: die sakralen Leuchter erhalteneinen großen Kerzendorn, der der Wachskerze einen guten Halt
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