B. Einführung
1. Ziel und Zweck der Ausstellung
Die Sonderausstellung„ Lampen/ Leuchter/ Licht( II)" zeigt wiederumeine Auswahl von Beständen der Metallsammlung des Österreichi-schen Museums für Volkskunde in Wien. Nahezu 400 Objekte undBilder sollen einen ungefähren Einblick geben in die Entwicklungsge-schichte des Beleuchtungswesens; ausgehend von den Kienspänenüber die altartigen Öllampen bis hin zur modernen Halogenlampespannt sich der Bogen der ausgestellten ,, Lichterzeuger". Wenn auchdie Grundlage des Ausstellungsgutes die seit ca. 85 Jahren im Volks-kundemuseum befindliche„ Sammlung Benesch" ist, so wird dieseSammlung doch auch sehr wesentlich ergänzt durch eine Vielfalt vonLeihgaben namhafter Firmen, wie etwa Austria Email, Lobmeyr,Osram, Plan Licht, Swarovsky und Zumtobel.
Licht gehört fast wie die Luft zu unserem Leben und„, Lichterzeugen" istallzeit eine Notwendigkeit gewesen. Mit viel Mühe und Erfindungsgeistentstanden im Laufe der Menschheitsgeschichte die verschiedenartig-sten Lichtquellen. Abgesehen vom einfachen Feuer, finden wir die Kien-späne, Fackeln, Öl- und Talglampen, die aus den verschiedenartigstenStoffen hergestellten Kerzen und schließlich die technisch weiterentwik-kelten Öl- bzw. Moderateurlampen. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckteman die vielfältige Verwendbarkeit des aus Erdöl destillierten Petroleums,ehe schließlich die Gasbeleuchtung aufkam und endlich der Siegeszugder elektrischen Beleuchtung begann.
Das Konzept der Ausstellung wurde 1984 in einer ersten„ Version" fürdas als Außenstelle fungierende Schloßmuseum Gobelsburg bei Lan-genlois erstellt, wobei allerdings das Hauptaugenmerk auf der Samm-lung Benesch gelegen war; so waren es denn auch eher die„, traditio-nellen" Beleuchtungsarten, die gezeigt wurden. Als nun abermals derAuftrag von der Direktion des Österreichischen Museums für Volks-kunde an mich erging, eine Ausstellung über das Beleuchtungsweseneinzurichten, diesmal aber im Hauptgebäude, dem GartenpalaisSchönborn, ergab sich die Notwendigkeit einer zweiten, erweitertenAusstellungsversion. Es sollte nunmehr auch das städtische, bessergesagt: großstädtische Element der ehemaligen Kaiser- und nunmeh-rigen Bundeshauptstadt angesprochen werden. Wie sehr dieses welt-städtische Ballungszentrum für geistige und technische Entwicklun-gen förderlich war, mögen hier einige wenige Beispiele deutlich ma-chen: Wer kann sich heute noch daran erinnern, daß z. B. der Sieges-
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