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2 (1991) Lampen, Leuchter, Licht : Katalog. 2 / Aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde : Österreichisches Museum für Volkskunde, Hauptgebäude Wien, Gartenpalais Schönborn
Entstehung
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A. Vorwort

Welche Bedeutung Gas und Strom zur allgemeinen Energieversor-gung für Industrie und Haushalt in einer Weltstadt wie Wien haben,sollen folgende Fakten erhärten: Im Jahre 1989 wurden von denWiener Stadtwerken im Durchschnitt 956 Gas je Einwohner abge-geben bzw. betrug die Gesamtabgabe 1.593 Mio., jeweils für dasganze Jahr. Bei Strom liegen die Dinge nicht viel anders: ebenfalls fürdas Jahr 1989 wurden pro Kopf der Wiener Bevölkerung im Durch-schnitt 4.628 kWh abgegeben bzw. 8.238 GWh Strom im Jahr erzeugt,wobei anzumerken ist, daß die Energie für Beleuchtungszwecke heuteden weitaus geringeren Anteil hat und sich im wesentlichen auf Strombeschränkt. All dies sind Größenordnungen, die man sich noch voreinigen Jahren kaum vorstellen konnte; wieviel mehr würden unsereVorfahren diese Zahlen mit Verwunderung betrachten. Denn sowohlGas als auch Strom sind noch gar nicht so lange zu den jetzt bekann-ten Energielieferanten zu rechnen. Zwar wußte man schon geraumeZeit um diese Energien, aber um sie entsprechend zu nützen, bedurftees doch der langen, z.T. auch sehr schwierigen Entwicklung vonIndustrie und Technik. Der Name Gas z. B. wurde erstmals von Johan-nes Baptist van Helmont( um 1577-1644) geprägt. Er leitete ihn vomgriechischen Wort Chaos" ab, und zwar als er die Säureverdauungim Magen des Menschen untersuchte. Er erkannte dabei, daß Gas"etwas anderes war, als Luft und Wasserdampf und unterschied dieverschiedenen Quellen entstammenden Gase, darunter jenes, wel-ches heute Kohlendioxyd genannt wird. Vielleicht ist es auch ange-bracht, kurz einige Begriffe zu erläutern. Das Wort Lampe" ist seit dem13. Jahrhundert die übliche Bezeichnung für Beleuchtungskörper( auslat. lampas, lampada). Leuchte" ist ein rein deutsches Wort aus ahd.liuhta. Eine heute gültige Definition im lichttechnischen Sinne lautetetwa so: Es handelt sich um ein Gerät zur geeigneten Verteilung desLichtstromes von Lampen und zum Schutz des Benützers vor Blen-dung. Ferner enthält die Leuchte die zur Befestigung, zum Schutz undder Energieversorgung der Lampe notwendigen Bestandteile. Damitergeben sich zwei wesentliche technische Anforderungen an Leuch-ten: die erste an die bestmögliche lichttechnisch- optische Funktion,die zweite an die Betriebssicherheit. Hinzu kommt die formalästheti-sche Anforderung. Licht" hinwiederum wurde zunächst im Sinne von,, Leuchten, Glanz, Helle" gebraucht. Dann bezeichnete es auch die( brennende) Kerze und Lichtquellen oder Beleuchtungskörper anderer

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