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ALBERT WESSELSKI
Arm und legt seines Bruders Kleid und Ring an; der alte König fühlt denrauhen Arm und riecht das Kleid seines ältesten Sohnes, und so gibt erdie Herrschaft dem jüngsten. Wir haben also eine durchaus junge Ge-schichte vor uns, und jedes Spintisieren, wie etwa ihr uns hier inter-essierender zweiter Teil, der von den immer ältern Tieren berichtet, zuder Zeit seines Entstehens ausgesehen haben mag, wäre nutzlos. Aber: daist sie nun einmal, daß sie so erzählt worden ist, wie sie gedruckt vorliegt,kann nicht bezweifelt werden, und so haben wir die Aufgabe, eine Erklä-rung zu versuchen. Mit allgemeinen Erörterungen allerdings, wie, daßnach der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Auffassung Tier und Mensch wesenseins sind odergar das Tier oft über höhere Kräfte verfügt als der Mensch, wäre nichtsgewonnen; wir haben uns hingegen umzusehen, ob sich nicht irgendwoDokumente finden lassen, die zu einer Aufklärung beitragen können.
Da hat nun das Mahābhārata eine ganz merkwürdige Erzählung, dieeinen ganzen Gesang füllt( III, 199), und in den Mund gelegt ist sie demuralten, aber immer noch jungen Seher Mārkaṇḍeya, der sie den Rşi undden Pandu- Söhnen erzählt: Zu ihm ist einst der König und Weise Indra-dyumna gekommen, der aus dem Himmel gestoßẞen worden ist, weil seineguten Werke abgegolten waren, und dieser fragt ihn, ob er ihn kenne.Auf seine verneinende Antwort hin fragt ihn der König weiter, ob esjemand gebe, der älter sei als er, und er antwortet: ,, Ja, die Eule Prāva-karṇa im Himālaya." Da verwandelt sich der König in ein Pferd und trägtihn zu der Eule, dieser stellt er dieselben Fragen, und sie nennt ihm alsnoch älter den Reiher Nāḍījangha. Zu diesem bringt nun der König dieEule und den Rşi, aber er führt sie zu der Schildkröte Akūpāra, die andemselben See haust, in dem er lebt, und er selbst befragt sie: ,, Kennst dudiesen König Indradyumna?" Die Schildkröte stutzt; dann füllen sich ihrdie Augen mit Tränen, sie beginnt am ganzen Leibe zu zittern, sie ist einerOhnmacht nahe, aber schließlich sagt sie: ,, Wie sollte ich den König nichtkennen? Hat er doch tausendmal Pfähle errichtet, um das Opferfeuer zuentzünden, und haben doch diesen See die Kühe ausgetreten, die er denBrahmanen als Opferlohn gab!" Und schon senkt sich aus den Lüften einWagen herab, und eine unsichtbare Stimme ruft dem Könige: ,, Komm undbegib dich an den Ort, den du im Himmel begehrst; denn gewaltig sinddeine guten Werke." Indradyumna läßt den Wagen warten, bis er dieGreise, den Rşi nämlich und die Eule, heimgebracht hat, und dann fährter wieder in den Himmel auf.
Der indische König erreicht also, was er mit dem Besuche der dreialten Tiere bezweckt hat, so wie der Negerkönig Glossar ::: zum Glossareintrag Negerkönig erreicht, was er mit demBesuche der drei alten Tiere bezweckt hat, und wenig tut es wohl zurSache, daß dies in dem einen Falle zu der Wiedergewinnung des ver-lorenen Himmelreichs, in dem andern zu der Wiedergewinnung der ver-lorenen Heimat verhilft; Mārkaṇḍeya wieder, der Mittler zwischen dem