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Die gelehrten Sklavinnen des Islams und ihre byzantinischen Vorbilder
Entstehung
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n1.

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ALBERT WESSELSKI

Buch nicht benützt; hätte es ihm übrigens wirklich vorgelegen, so hätteer es, obgleich er über einige Kenntnisse der griechischen Sprache verfügte,doch wohl kaum viel besser lesen können, als irgendein Mönch seiner Zeitin den nicht dem byzantinischen Kulturkreis zugehörenden Ländern.1)

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Es bleibt also, wenn man nicht behaupten will, die den Enigmaticuseinleitende Erzählung sei Klarets Eigentum der Glossator weiß sogar,daß ihre Heldin Spirita heißt nur die Annahme, daß Klaret von demfür ihn wesentlichen Inhalt der griechischen Geschichte, nämlich von ihremHauptmotiv, wenn schon nicht auf schriftlichem, so doch auf mündlichemWege Kenntnis erhalten hat, und diese Auffassung ist keineswegs abson-derlich. Wenn beispielsweise die aus Dalmatien stammenden slawischenMönche, die Karl IV. 1348 in dem Prager Emaus- Kloster angesiedelt hat,eine bis dahin hierzulande unbekannte Version der Legende von dem heil.Kyrillos mitgebracht haben sollen, so darf man sich nicht vorstellen, daßihr geistiges Gepäck nicht auch noch andere Dinge enthalten hätte; warumsollten darin nicht u. a. auch Reminiszenzen an die Geschichte von derSklavin und dem Philosophen gewesen sein, deren Hauptzug so merk-würdig zu einer Episode der Legende von jener hl. Aikaterina stimmt, ausder im Abendlande Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendlande längst eine hl. Katharina geworden war? Es hat aberwohl noch auf andere Weise eine Vermittlung ost- oder südosteuropäischenKulturguts in die Stammländer und die Hauptstadt des römischen Kaisersgegeben, und daß dem so ist, läßt eine Reihe von Märlein schließen, derenKenntnis als erster im Abendlande Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendlande der tschechische Mönch verrät. Diestut er vor allem in seinem Exemplarius, einer Sammlung von zweihundertExempeln oder Predigtmärlein.

1) Natürlich darf auch die Möglichkeit nicht außer Acht gelassen werden, daßsich in andern Schriften Klarets Dinge fänden, die ihm aus der griechischen Erzählungbekannt geworden sein könnten; aber auch wenn wir, was nicht gerade wahrscheinlichist, annehmen wollten, daß die Kenntnisse in den profanen Wissenschaften, in denensich am meisten Tawaddud auszeichnet, allesamt von Qitär und damit aus dem grie-chischen Buche stammten, so wäre es hoffnungslos, aus diesem gelegentliche Über-einstimmungen mit Klaretschen Ausführungen erklären zu wollen. Dies gilt selbst-verständlich auch von den auch Tudur bekannten Prognostiken für das Jahr aus demWochentage seines Beginnes, die höchstwahrscheinlich griechischen Ursprungs sind7/ Vk ,, 6%( Apocalypses apocryphae Mosis, Esdrae, Pauli, etc., ed. Const. Tischendorf, 1866, XIII),wie denn auch die Pronostica temporum von Beda Venerabilis nur ein Auszug einesgriechischen Textes zu sein scheinen( G. Hellmann in der Einleitung zu seinem Neu-druck der Pauren- Practick von 1508, 1906, 63 f.; s. auch A. E. Schönbach in denWiener Sitz.- Ber., CXLII, 7, 149 f.). Klarets Astronomiarius, in dem sich, v. 682-717,solche Vorhersagen finden, darf auf seine Quellen, zum Unterschiede von dem Enig-maticus, nur in seiner Gesamtheit untersucht werden, und sollte es sich bei den Pro-gnostiken wirklich um einen Einschub handeln, so hat es in der lateinischen SpracheVorlagen genug gegeben; älter als Klarets Darstellung ist ja auch die deutsche, diesich in mehrern Handschriften hinter Predigten findet, die Berthold von Regensburgin den Jahren von 1261 bis 1263 in Österreich und in Mähren gehalten hat( B. v. R.Voliständige Ausgabe seiner Predigten von Fr. Pfeiffer, 1862 f., II, 681).