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Herbert Nikitsch
verwendeten Begriff hier nochmals heranzuziehen, sind sie wohl anderenUrsprungs.
Fast alle Kirchen, in denen ich sie vorgefunden habe, lassen sich jeden-falls nicht als prädisponiert für ein solches zusätzliches„ Frömmigkeitsan-gebot erkennen. Kaum eine von ihnen birgt etwa einen jener„, WienerSonderkulte", von denen Leopold Schmidt in seiner„ Wiener Volkskunde"für das Jahr 1940 berichtete. Einschlägiges religiöses Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum oder an-deres für eine traditionelle Volksfrömmigkeitsforschung Interessantes liegt,wenn überhaupt je gegeben, an diesen sakralen Orten schon lang zurück.Die eingangs vorgestellte Gumpendorfer Pfarrkirche zum Beispiel, seit1945 betreut von den Eucharistinern, einer Priesterkongregation, die sichder besonderen Verehrung des ausgesetzten Altarsakramentes widmet,mag solcherart als„ Anbetungskirche" in frommen Kreisen einen gewis-sen außergewöhnlichen Ruf haben; ihre Sonderstellung im 18. und noch19. Jahrhundert als das bescheidene Ziel regionaler Wallfahrten¹² dürftefür diesen jedoch keinerlei Bedeutung mehr haben. Wie umgekehrt dieTatsache, daß hier die„ Ewige Anbetung" gepflogen wird- jene ka-tholische Kultform, in deren Mittelpunkt das ausgesetzte Allerheiligstesteht und die durch die Liturgiereform im Gefolge des Zweiten Vatica-nums stark zurückgedrängt worden ist- für die Einführung der Anlie-genbücher kaum ausschlaggebend gewesen sein dürfte. 13 Es ist hier we-niger ein Zusammenhang mit dem Status des genannten Gotteshauseszu suchen, sondern allgemein mit einer hierorts verstärkten Aktivität derPfarrgemeinde, die sich unter anderem eben auch des nachkonziliär auf-lebenden Fürbittwesens als Versuch einer Aktivierung und Motivierungder Gläubigen bedient.
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So wird in Gumpendorf unser Gegenstand auch expressis verbis als„ Fürbittenbuch" bezeichnet und sein Gebrauch auf einem Wandanschlagfolgenderart näher erläutert:„ Um unsere Gemeinschaft im Gebet aus-zudrücken, können Sie hier Ihre Anliegen, Sorgen und Nöte eintragen,wodurch diese allen im Gebet empfohlen werden." Und nach Auskunft des
11 Um ein Wort von Wolfgang Brückner zu verwenden.
12 Vgl. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 1( Wien),
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Wien 1955, S. 63.
So kommen sie in anderen mir bekannten Anbetungskirchen Wiens nicht vor.
Man denkt in diesem Zusammenhang an bestimmte innerkirchliche Bewegungen,etwa jene der„, Charismatischen Gemeindeerneuerung"; ein Bezug zu unserem The-ma kann jedoch nicht als gesichert behauptet werden.