Wiener„ Volksfrömmigkeit"
Dreikönig
181
Die Sternsingeraktion der katholischen Jungschar knüpft an bekanntesälteres Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum erfolgreich an. Sie ist österreichweit lückenlos organi-siert und wird seit mehr als 35 Jahren durchgeführt. Rund 50.000 Bubenund Mädchen sind beteiligt, alljährlich werden neue Rekordeinnahmenerzielt( 1989: 92 Mio öS, sieben Prozent mehr als 1988).
Erntedank
Der seit den dreißiger Jahren übliche Brauch mit Erntekrone und Pro-zessionen ist in Wiener Pfarren allgemein. Auch Innenstadtpfarren gebensich dabei ländlich(„ Bauernmesse", anschließend Frühschoppen). Stadt-randgemeinden feiern volksfestartig, z.B.:
1987 Kahlenbergerdorf( Wien 19): Umzug mit der Erntekrone
1988 Leopoldau( Wien 21): Andacht, Festzug, Weinkost im Pfarrhof.
Fastenzeit
Die Zeit vor Ostern ist durch zahlreiche gut eingeführte( Sozial-) aktionenin Wien zu einer brauchreichen Zeit geworden. Allgemein üblich sind:Palmweihe, Besuch von Kreuzwegandachten, Stadtkreuzwege, Besuch desFastenmarktes in Hernals( Wien 17), Misereor- Hungertücher.
1983 Erster ökumenischer Stadtkreuzweg vom Stephansdom nach Her-nals.
Mehrere Stadtkreuzwege mit missionarischem Passantenkontakt,z.B. Kolpingwerk, katholische Glaubensinformation.
Gründonnerstagaktion der„, action 365": Männer putzen Passantendie Schuhe, Frauen verteilen Minibibeln, 25-50 freiwillige Mitarbei-ter/ innen.
Meditation mit Künstlern„ Fünf nach fünf“ in der Dominikaner-kirche( Wien 1).
1986 Seit Anfang der fünfziger Jahre macht die Katholische Arbeiter-
bewegung auf die Todesstunde Christi am Karfreitag aufmerksam.60.000 Flugblätter, 7500 Plakate, zahlreiche Transparente. Die Ge-denkminute wird auch durch Funkstille im Radio zum Ausdruckgebracht.
1987 Seit 1958 sammelt die katholische Frauenbewegung für den Fami-lienfasttag. Die Mittel werden durch Kollekten und„, Suppenfeste"