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Äußerungen : die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der europäischen Ethnologie ; Beiträge der Dgv-Hochschultagung "Äußerungen. Die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der Europäischen Ethnologie" vom 28. bis 30. September 2012 am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck
Entstehung
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Jens Wietschorke, Die kulturelle Oberfläche und die Tiefen des Sozialen?

bereits 1980 als eine Kontextwissenschaft charakterisiert, 29 und weitüber die Arbeiten aus dem Umkreis des Tübinger Ludwig- Uhland- In-stituts hinaus folgen zahlreiche volkskundlich- kulturwissenschaftlicheUntersuchungen einem dezidiert kontextualistischen Vorgehen.30 Fürdie britischen Cultural Studies spricht Lawrence Grossberg sogar von>> radikal kontextuell[ en]« Zugängen, 31 es heißt da:»> Für die CulturalStudies ist der Kontext alles, und alles ist kontextuell«<. 32 Inwiefern istalso insbesondere der Kontextbegriff ein Schlüssel zu dem theoreti-schen Problem, das hinter dem Gegensatz von> Oberfläche< und> Tiefe<steckt?

In diesem Zusammenhang ist an eine griffige Formel zu erinnern,die seit den 1970er- und 1980er- Jahren für eine einschlägige kultur-theoretische Position innerhalb des Fachs steht: Der Tübinger Stu-dienplan hat Kultur als die» andere Seite von Gesellschaft«< definiertund damit den Kulturbegriff als Beziehungsbegriff und heuristischesInstrument bestimmt, das dabei helfen soll, eine Sache in Beziehungzu einer anderen zu setzen- genauer: kulturelle Phänomene in Be-ziehung zu gesellschaftlichen Strukturen zu setzen. Dieses Konzeptentspricht in seinen Grundzügen dem, was Lawrence Grossberg auchin seiner neuesten Standortbestimmung der Cultural Studies als>> ra-dikalen Kontextualismus«< beschreibt. 33 Grossberg charakterisiert dieanalytische Praxis der Cultural Studies als eine» transformative Praxisoder Arbeit des Schaffens, Aufhebens oder Neuschaffens von Bezie-hungen und Kontexten, der Etablierung neuer Beziehungen aus altenBeziehungen oder Nicht- Beziehungen, des Ziehens von Linien undKartographierens von Verbindungen«.34 Was in diesen Formulierun-deutlich wird, ist nicht nur die Zentralität des Kontextualismus im

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Zum Problem des Kontextualisierens vgl. auch meine Überlegungen in: JensWietschorke: Beziehungswissenschaft. Ein Versuch zur volkskundlich- kultur-wissenschaftlichen Epistemologie. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskun-de LXVI, 2012, S. 325-359, hier S. 337-348.

Lawrence Grossberg: Was sind Cultural Studies? In: Karl H. Hörning, RainerWinter( Hg.): Widerspenstige Kulturen. Cultural Studies als Herausforderung.Frankfurt a. M. 1999, S. 43-83, hier S. 58.

Lawrence Grossberg: Die Definition der Cultural Studies. In: Lutz Musner,Gotthart Wunberg( Hg.): Kulturwissenschaften. Forschung- Praxis- Positionen.Wien 2002, S. 46-68, hier S. 61.

Lawrence Grossberg: Cultural Studies- Zukunftsform. Wien 2012, S. 32.Ebd., S. 33.

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