Harfen
Hornbostel/ Sachs 322.211
Die Harfen in der Musikinstrumentensammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde gehören jenem Typus diatonischer undpedalloser Rahmenharfen an, welche im 19. Jahrhundert bis in dieersten Dezennien des 20. Jahrhunderts zum Instrumentarium einigerMusikanten und Musikantinnen in Wien, Südmähren, Niederösterreich,Tirol und in der Steiermark zählten. 12 Nachgewiesen ist diesesInstrument in unterschiedlichen Ausführungen auch in allen anderenBundesländern. 13
Als Instrument des Stegreifsängers sowie klangvolles Begleitinstrumentfür Kleinensembles galt die Harfe lange Zeit auch als Bettlerinstrument.Geformt ist dieser Harfentypus aus einem mehrfach gefugten Resonanz-kasten mit ausgeschnittenen und verzierten Schalllöchern. Über dieMitte der nicht immer flachen Decke verläuft eine angeleimte Aufhänge-leiste für 32 bis 36 und mehr Saiten. Eine meist unverzierte einfacheStange oder Säule verbindet den Resonanzkasten mit dem als Bogengeschnittenen Hals, der mit Metallwirbeln zum Stimmen der Saitenausgestattet ist. Der nach unten sich verbreiternde Resonanzkastenmacht diesen einfach aussehenden Harfentypus zu einem klanglichbemerkenswerten Instrument.
12 Gudrun Lang: Die pedallose Harfe und ihr Gebrauch in Ostösterreich. Diplomarbeit an der Universitätfür Musik und darstellende Kunst Wien, Wien 2000.
13 Z. B. Karl M. Klier: Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen, Kassel und Basel 1956. Harfe undGitarre: S. 58-64; Kurt und Anneliese Birsak: Katalog der Zupf- und Streich instrumente im CarolinoAugusteum, Salzburg 1996, Harfe: S. 74–79.
Zupfinstrumente
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