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2 (2012) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 2 / Chordophone / Walter Deutsch und Gerlinde Haid. In Zsarb. mit dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Elisabeth Egger... Mit einem Vorw. von Margot Schindler
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Mandoline

Zu den Lauteninstrumenten zählt auch die Mandoline. Seit dem18. Jahrhundert ist die Mandoline das Nationalinstrument Italiens undwird als solches in der gesamten Literatur genannt und beschrieben.Gestimmt in Quinten wie die Violine werden die kurzen und klanglichwenig ergiebigen Metallsaiten mit einem Plektrum aus Schildpatt oderKunststoff tremolierend angerissen.

Als Soloinstrument ist sie schon im 17. Jahrhundert von namhaftenKomponisten beachtet worden. In den Jahrzehnten um 1800 wurdesie sogar mit entsprechenden Werken von Wolfgang Amadeus Mozart,Ludwig van Beethoven und Niccolo Paganini bedacht.

Ihre Verbreitung in ganz Europa führte zu einer staunenswert hohenAnwendung dieses Instrumentes im Laienmusizieren. Ende des

19. Jahrhunderts, besonders aber in den ersten Jahrzehnten des20. Jahrhunderts entstanden in den Städten unter den kulturell tätigenArbeitern Mandolinenorchester mit einer spezifischen Spielkultur undeigenem Repertoire. 10 1909 wurde der, Erste Wiener Mandolinen-Orchester- Verein" gegründet und die Vielzahl der in weiterer Folgeentstandenen musikalischen Gruppierungen führte 1924 zur Gründungdes, Verbandes der Arbeiter- Musikvereine Österreichs".11

9 Julius Kollar: Kurze Geschichte der Mandoline. In: Die Volksmusik. Fachblatt des Verbandes derArbeiter- Musikvereine Österreichs( VAMÖ) II, Wien, November 1947, Nr. 11, S. 82-84; RudolfFlotzinger: Artikel Mandoline". In: Oesterreichisches Musiklexikon 3, Wien 2004, S. 1349.10 Erster Wiener Mandolinen- Orchester- Verein, Margareten". In: Die Volksmusik. Fachblatt desVerbandes der Arbeiter- Musikvereine Österreichs( VAMÖ) II, Wien, Juli 1947, Nr. 6, S. 54; ManfredPermoser: Artikel ,, Mandolinenorchester". In: Oesterreichisches Musiklexikon 3, Wien 2004, S. 1349.11 Franz Fellner: ,, Verfall" und Wiederentdeckung der Mandoline in Wien. Zur Kultur- und Sozialge-schichte eines Instruments im 19. Jahrhundert. In: Wiener Geschichtsblätter 51, Wien 1996, Heft 2,S. 73-94; ders.: Dornröschenschlaf und Wiederentdeckung. Die Mandoline in Wien an der Wendezum 20. Jahrhundert. In: VAMÖ- Nachrichten 66, Heft 4, Wien 2011, S. 8.