ZUPFINSTRUMENTE
Hornbostel/ Sachs 321.321
Gitarren
Die sechssaitige Gitarre ist in der Sammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde zweimal vertreten. Das historisch wertvolleObjekt ÖMV 67.289 stammt aus der Frühzeit des Gitarrenbaus inWien. Durch einen Firmenzettel ist es als Erzeugnis des Johann Ertlausgewiesen, dessen Tätigkeit eng mit dem bedeutendsten WienerGitarrenbauer verbunden ist: Johann Georg Staufer( 1778-1853).1Der von Staufer geprägte Gitarrentypus zeichnet sich durch seineschlanke 8- Form aus.
Gemeinsam mit Staufer erhielt Johann Ertl 1822 ein kaiserliches Privilegfür die technische Verbesserung der Gitarre, hinsichtlich der Entwicklungder Schraubenmechanik, die beim vorliegenden Instrument aus 1818noch nicht gegeben ist.
144 Sechssaitige BastlergitarreAnkauf von Franz Pösl, 1941.
Vermutlich aus dem Böhmerwald, 20. Jahrhundert.
Unregelmäßige, roh bearbeitete 8- Form; schwarz lackierter Hals und dunkelbraun lackierterKorpus, Decke hellbraun, Fichte; Wirbelbrett schwarz lackiert mit weißen Streifen verziert;6 seitenständige Holzwirbel; Querriegel( Saitenhalter) auf Decke aufgeleimt; 10 Bünde sowieSattel und Steg aus Eisendraht; von der Besaitung fehlt eine Saite.
Gesamtlänge: 880; Korpus, Länge: 430, Oberbügel: 222, Unterbügel 330; Zargenhöhe: 80;Hals, Länge: 450, Breite: 52-60, Stärke: 28-33; Querriegel mit 6 Holzstiften: 140 × 24 × 12;rundes Schallloch: Ø 85.
ÖMV 45.081
1 Rudolf Hopfner: Artikel ,, Johann Georg Staufer. Geigen- und Gitarrenmacher". In: Rudolf Flotzinger( Hg.): Oesterreichisches Musiklexikon 5, Wien 2006, S. 2287 f.
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