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Saugeige/ Musikstab
Hornbostel/ Sachs 311.221
Von den vielen in Vergangenheit und Gegenwartim Gebrauch befindlichen variablen Konstruktioneneines Musikstabes besitzt das Museum nur eineeinfache Ausführung dieses Lärm- und Rhythmus-instrumentes. Als Saugeige, Teufelsgeige oderBumbass benannt, besteht dieses Instrument in seinerGrundform aus einem Stab, mit einer oder zweivom oberen zum unteren Ende des Stabes gespanntenSaiten oder Drähten. Diese pressen ungefähr in derMitte des Stabes einen Resonator an den Stab. Dieserkann eine Dose, eine Schweinsblase, eine einfelligeHandtrommel oder ein Tamburin sein. Zusätzlichbereichern die Musikanten ihr Instrument mit einerVielzahl von Geräten, mit denen man unterschied-liche Klänge, Rhythmen und Geräusche hervorbringenkann. Die Saugeige wird meist als Begleitinstrumentzu Harmonika und zu kleinen Spielmusiken einge-setzt. 12
143 Saugeige aus dem Waldviertel
Ankauf aus der Sammlung Elfriede Hanak, Wien, 1984.
Dürrer, unregelmäßig gebogener Stecken: Länge 1700, Ø 30-40;Bespannung: Eisendraht: Ø 25; Resonanzkörper: gerippte Blechdose,geöffnet: 120x100, am Stecken angeschraubt; am oberen Ende desSteckens: zwei Blechscheiben als Klangkörper aufgenagelt: 082 und100.
ÖMV 72.498
12 Gerhard Gröbl und Erich Lehner: Die„ Saugeige" im nördlichen Waldviertel.In: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 26, Wien 1977, S. 94-101;Margit Weber: Original Ertler Saugeigenmusik. In: Jahrbuch des Öster-reichischen Volksliedwerkes 31, Wien 1982, S. 68-75.
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