133 Dreisaitige bulgarische Gadulka
mit zusätzlichen Resonanzsaiten und Bogen, jüngere BauartAnkauf in der Buchhandlung„ Internationales Buch", Wien, um 1980.
Korpus, Hals und Wirbelbrett aus einem Stück geschnitten, schmaler birnenförmiger undleicht gewölbter Korpus; Gesamtlänge: 650, Breite max.: 195; Decke aus Weichholz mit2 einander zugekehrten Halbkreisen als Schalllöcher: 70 × 34.
Wirbelbrett mit 3 Hauptwirbeln und 11 hinterständigen Holzwirbeln für Aliquotsaiten( Resonanzsaiten); alle Saiten laufen über einen Steg: 55x33x5, die Aliquotsaiten verlaufen intieferen Kerben des Stegs, sodass diese unter dem Niveau der angestrichenen Spielsaitenliegen; der Saitenhalter aus Hartholz, grau bemalt: 40 × 35, und mit Eisendraht am Anhängeklotzbefestigt.
Bogen ähnlich einem Violinbogen aus einem Brett geschnitten, Gesamtlänge: 583, Höhe: 45,Streichlänge: 455.
EMK 3.283
Iglauer Bauernfiedeln?
Die originellen Fiedeln der Musikanten in der mährisch- böhmischenRegion Iglau bilden eine geschlossene Instrumentenfamilie mit einemvollkommenen Stimmwerk: Kloafiedel( Klarfiedel) als Diskantinstrument;Sekundfiedel für die zweite Stimme; Grobfiedel( Altfiedel) für die dritte,meist begleitende Stimme und das ,, Ploschperment", eine kleine Bass-geige( Bassett) für die Bassstimme. Klar- und Sekundfiedel haben vierSaiten in der Stimmung einer Violine g d¹ a¹ e², die Grobfiedel ist nurdreisaitig, gestimmt in g d¹ a¹, und das Bassinstrument mit vier Saitenwird in D G d d oder in C G D D gestimmt.8
7 Josef Žak: Die Bauernfiedeln der Iglauer Sprachinsel. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde VI,Wien 1900, S. 105 f.; Pavel Kurfürst: Die Bauernfiedel. Streichinstrumente und Volksmusikanten inder Iglauer Sprachinsel, Marburg 1996.
8 Ludvík Kunz: Die Bauernfiedeln. In: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde 6, Berlin 1960, S. 134-153;ders. Die Volksmusikinstrumente der Tschechoslowakei, Teil 1(= Handbuch der europäischenVolksmusikinstrumente, Serie 1, Band 2), Leipzig 1974, S. 74-79.
Streich-instrumente
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