Druckschrift 
2 (2012) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 2 / Chordophone / Walter Deutsch und Gerlinde Haid. In Zsarb. mit dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Elisabeth Egger... Mit einem Vorw. von Margot Schindler
Entstehung
Seite
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GUSLEN/ LIRICE/ LAHUTË

Schalenhalslauten

Erich Moritz von Hornbostel und Curt Sachs:Systematik der Musikinstrumente, Berlin 1914.

Guslen| Lirice

321.32

Die Gusle besteht aus einer ausgehöhlten Holz-schale, welche als Resonanzkörper( Korpus) meistin organischem und unlösbarem Zusammenhangmit dem Hals verbunden ist. Eine einzige Saite auseinem Bündel Rosshaaren ist zwischen zwei Punktengespannt: der Saitenwirbel bildet den oberen undder aus dem Korpus herausgeschnittene Sattelknopfbildet den unteren Punkt. Eine Faden- oder Draht-schlinge- um den Sattelknopf gelegt- ist mit demEnde der Spielsaite verknüpft. Als Decke dient eineTierhaut mit kleinen Öffnungen als Schalllöcher.

ÖMV 36.112

Die außerordentlich interessante und reiche Guslen- Sammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde macht es notwendig, einleitend neben der Darstellungder einzelnen Objekte auch die wesentlichen Abschnitte aus den in deutschen undÖsterreichischen wissenschaftlichen Publikationen erschienenen Beschreibungendieses südslawischen Instrumententypus auszugsweise und verkürzt zu zitieren.

Ludwig August Frankl: ¹

Gusle. Serbische Nationallieder, Wien 1852.

S. XVII

Es gibt kaum einen Serben, der nicht einige Lieder, oder wenigstens Fragmentevon solchen, wüßte. Das Muster lebt also in seinem Gedächtnisse. Die Lyra derSerben, eine nur mit einer Saite aus Roẞhaaren bezogene Geige, die Gusle",ist die tönende Freundin eines jeden Hauses. Der das Heldenlied begleitendeGesang ist ein einfacher, mit wenig Modulation stets derselbe; das epische Maßist, wie das der Griechen, unwandelbar: ein fünffüßiger weiblich und reimlosausgehender Trochäus mit einem Abschnitte nach den ersten vier Silben.[...]

1 Ludwig August Frankl( 1810-1894), österreichischer Lyriker und Epiker.

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