HACKBRETTER
Griffbrettlose Kastenzithern
Hornbostel/ Sachs 314.122
,, Hackbrett" ist die Bezeichnung für eine griffbrettlose Kastenzither, mit darübergespannten Saitenchören, welche mit den Fingern gezupft oder mit zwei Schlägelnangeschlagen werden. Dieses Chordophon gibt es in England als„, dulcimer",in Ungarn als ,, cimbalon", in Tschechien und in der Slowakei als„, cymbal", inRussland als, cimbaly", in Frankreich als„, tympanon", in Rumänien als„, tambal",in Italien als ,, salterio" u.a.m.
In Österreich, Südtirol, Bayern und in der Schweiz gehört das Hackbrett zu dentraditionsgebundenen Volksmusikinstrumenten. Über den trapezförmigen undgleichschenkeligen Resonanzkasten werden die Saitenchöre abwechselnd einmalüber und einmal unter einem brückenartigen Steg geführt. Die ,, Diskantsaiten"werden über einen Steg gespannt, der die tonale Teilung der Saitenchöre imVerhältnis von 2: 3 bewirkt. Damit werden mit einem Saitenchor zwei Töne imAbstand einer Quint bereitgestellt. Der„, Diskantsteg" wird auch„ Quintensteg"genannt. Die Basssaiten laufen über den„, Basssteg" und unter dem„ Quintensteg"hindurch. Mit der Möglichkeit, einzelne Saitenchöre mit einem„ Schneller" zuerhöhen, ergibt die Gesamtheit der verfügbaren Töne bei diesem Instrumenten-typus eine diatonische Materialleiter, die ein Spiel in drei Tonarten zulässt.
Frühformen des Hackbretts werden 1447 in der Schweiz erwähnt und sind 1511bei Virdung sowie 1619 bei Praetorius abgebildet.³ In der ersten Hälfte des18. Jahrhunderts war das Hackbrett ein geachtetes Musikinstrument in der WienerHofkapelle, das von Johann Joseph Fux, von Antonio Caldara und Johann GeorgReutter in ihren Kompositionen verwendet wurde. Im Volksleben muss das Hack-brett einen bedeutenden Stellenwert eingenommen haben, denn für den WienerPrediger Johann Valentin Neiner war es 1734 ein„ verächtliches" Instrument,wie die
1 Brigitte Bachmann- Geiser: Die Volksmusikinstrumente der Schweiz(= Handbuch der europäischenVolksmusikinstrumente, Serie 1, Band 4), Leipzig 1981, S. 55.
2 Sebastian Virdung: Mvsica getuscht... Basel 1511, S. 12. Faksimile. Nachdruck hg. von Leo Schrade,Kassel 1931.
3 Michael Praetorius: Syntagma musicum, Band 2: De Organographia, Wolfenbüttel 1619. Col. XVIII.
Hackebrett.
Hackbretter
67