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Griffbrett: 359x58x5, mit 29 Bünden chromatisch angeordnet; Orientierungspunkte ausPerlmutter zwischen den Bünden 5, 9, 12 und 15. Anhängestock auf Decke geleimt:254x16x22.
Eingeklebter Firmenzettel:
Reinhold Geipel
Fabrik aller Arten musikalischer Instrumente& Saiten
FLEISSEN/ Böhmen
ÖMV 83.863
Streichzithern
Johann Petzmayer( 1803-1884), der erste bedeutende österreichischeZithervirtuose, entwickelte 1823 eine Zither in ungewöhnlicher Herz-form ohne Bass- und Begleitsaiten, nur mit 3, später mit 4 Melodie-saiten sowie mit einem bündig und chromatisch angeordneten Griff-brett. 25 Die Saitenstimmung ist der Violine gleich:( e²) a¹ d¹ g. Ausklanglichen und spieltechnischen Gründen wird die Stimmung a¹ d¹ g cbevorzugt.
Die Saiten werden nicht mit einem Plektrum angeschlagen oder mitden Fingern gezupft, sondern mit einem etwas verkürzten Violinbogengestrichen. Die Streichstelle befindet sich an der abgeflachten Spitzedes Instrumentes, direkt vor dem schmalen Anhängestock. Der Spielermusiziert sitzend; entweder er legt das Instrument auf den Tisch, oderer hält es in seinem Schoß und klemmt es an die Tischkante.
Die Streichstelle ist dem Spieler zugewandt, der den Bogen unter demlinken Arm durchführen muss. Die linke Hand greift die Melodietöne ingleicher Weise wie auf der Schlagzither. Das Streichen der Saiten mitdem Bogen setzt ein gewölbtes Griffbrett voraus, das wie bei der Zithermit Positionsmarkierungen versehen ist. Die Saitenspannvorrichtung istwie bei allen Konzertzithern ein Schraubenmechanismus.
25 Petra Hamberger: Johann Petzmayer. Der erste Zitherspieler seiner Zeit. Eine Biographie in Texten,Bildern und Noten, Frankfurt- München- Wien 2006, S. 10.