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Ungarische Citera
Ankauf durch Vermittlung von Hugo Mondry, Szégzárd( Szekszárd), Ungarn, 1892.
Korpus: ein rechteckig ausgehöhlter Rahmen, mit aufgenagelter Decke, ohne Boden; Gesamt-länge: 860; obere Korpusbreite: 70, untere Korpusbreite: 115, obere Korpushöhe: 53, untereKorpushöhe: 115; zweimal 4 kleine Schalllöcher in Kreuzform in Decke gebohrt und 16 kleineSchalllöcher zwischen den 16 Bünden.
Wirbelstock in den Korpus eingesetzt, mit geschmiedeten Schwalbenschwanzwirbeln und2 seitlichen Nebenwirbelstöcken für die oktavierenden ,, Trompeterl"-Saiten; oberer Drahtsteg:75, Stärke: 3, unterer Drahtsteg: 110, Stärke: 3; Anhängestock mit angeschraubtem Brettchenfür Metallstifte: 110x31.
16 Bünde aus Eisendraht direkt in Decke eingeschlagen, diatonisch angeordnet; 3 Melodiesaitenund 5 Akkordsaiten, Mensur: 700; an den Nebenwirbelstöcken 2 zusätzliche oktavierende Saiten,Mensur: 423 und 270.
Dekor: 8 vergilbte Buchstaben auf vorderer Seitenwand; hintere Seitenwand mit Schriftzug:Pinter Hérenez.
NHM 47.022
Kratzzithern
Im klassifikatorischen Sinne stellen die Kratz-, Scherr- oder Raffelezithernden Typus der ,, ostalpinen Gebirgszither" dar. Durch Verdoppelung derMelodiesaiten( Griffbrettsaiten) und Vermehrung der Anzahl an Akkord-saiten sowie durch die Ausbuchtung des Resonanzkörpers auf der vomSpieler abgewandten Seite entstand eine Zitherform, deren Spielweisezwar noch vom„, Hin- und Herkratzen" mit einem Plektrum bestimmtwird, die aber bereits alle Voraussetzungen für die Entwicklung zurhistorisch bedeutsamen ,, Schlagzither" in sich trägt.
Das Instrument besitzt ein aufgeleimtes Griffbrett( daher auch,, Griffbrettzither" genannt) mit eingeschlagenen Bünden, überwelches zwei chorisch in gleicher Tonhöhe gestimmte Saiten fürdie Melodie gespannt sind. Die Töne der Melodie werden mit einemSpielholz auf die Bünde gedrückt- selten mit den Fingern gegriffen-und mit einem Plektrum angerissen. Da es keine normierte Bauformder Kratzzither gibt, ist die Anzahl der Freisaiten bei jedem Instrumentunterschiedlich. Die Stimmung der Saiten zu einem Akkord warwohl von der klanglichen Vorstellung der Spieler abhängig. Den
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