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2 (2012) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 2 / Chordophone / Walter Deutsch und Gerlinde Haid. In Zsarb. mit dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Elisabeth Egger... Mit einem Vorw. von Margot Schindler
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ZITHERN

Griffbrettzithern

Hornbostel/ Sachs 314.122

Der Großteil der Zithern in der Musikinstrumentensammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde gehört der Instrumentenfamilie der ostalpinen Gebirgs-zither an, wobei mit den Gattungsbegriffen Salzburger Form" und, MittenwalderForm" frühe Formtypen in der Entwicklung zur ,, Konzertzither" dargestellt sind.

Ausgangspunkt der Geschichte der europäischen Zitherformen ist die schmaleKastenzither, welche in der Musikinstrumentenforschung als Scheitholt" be-zeichnet wird und durch Michael Praetorius 1619 zum ersten Mal beschriebenund bildlich dargestellt wurde:

Es wird aber über alle Saitten unten am Staige mit dem rechten Daumenallezeit uberher geschrumpet: und mit eim kleinen glatten Stöcklin inder lincken Hand uff der fördersten Saitten hin und wieder gezogen/dadurch die Melodey des Gesanges uber die Bünde/ so von MessingenDroht eingeschlagen sind/ zuwege gebracht wird.

Mit den im Österreichischen Museum für Volkskunde katalogisierten Objektenkönnen nicht alle Entwicklungsstufen vom Scheitholt bis zur Konzertzither aufge-zeigt werden, doch die Anzahl der gesammelten Zithern und die verschiedenenSonderformen geben einen sicheren Überblick über diese Chordophone, die nachder Systematik von Hornbostel- Sachs als Kastenzither" mit der Ordnungszahl314.122 ausgewiesen sind.²

Die Zithernsammlung ist durch Ankauf und Schenkungen entstanden. BeimErwerb stand neben instrumentenkundlichen Zielvorstellungen die sachkundlicheSichtweise im Vordergrund, mit dem Bestreben, die Bestände mit originellenund originalen Objekten zu vermehren, zu bewahren und zu dokumentieren.Die Sammlung und der Ankauf besonderer Altformen sind dem Gründer desMuseums Michael Haberlandt und seinem Sohn Arthur zu verdanken.

1 Michael Praetorius: Syntagma musicum, Band 2: De Organographia, Wolfenbüttel 1619, S. 29.

2 Erich M. von Hornbostel und Curt Sachs: Systematik der Musikinstrumente. Ein Versuch.In: Zeitschrift für Ethnologie 46, Berlin 1914, Heft 4/5, S. 553-590.

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