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Vorwort
Dank der ungebrochenen Passion, die Universitätsprofessor Walter Deutsch seinemFach Volksmusikforschung – in diesem Fall besonders der Instrumentenkunde-entgegenbringt, und dank seiner bewundernswerten Arbeitsdisziplin, könnenwir nun im Jahr 2012 den zweiten Band der Edition des Bestandskataloges derMusikinstrumente aus den Sammlungen des Österreichischen Museums fürVolkskunde vorlegen. Das gesamte Publikationsprojekt folgt der klassischenEinteilung der Musikinstrumente in Selbstklinger und Resonanzkörper mit Tier-häuten( Idiophone und Membranophone), in gestrichene, gezupfte und ange-schlagene Saiteninstrumente( Chordophone) und in Blasinstrumente( Aerophone),die durch Lufteinwirkung in Holz-, Blech- oder Tonkörpern zum Klingen gebrachtwerden. Die beiden ersten Bände liegen nun vor, auf das Gelingen des nochausstehenden Dritten vertrauen wir fest.
Derartige Unternehmungen werden von zwei wesentlichen Fragen begleitet:Wer besitzt die Fähigkeiten und Konsequenz für typologische Zuordnungen undnachfolgende Analysen, und für wen machen wir das eigentlich? Die komplexerezweite Frage erfordert einerseits Hinweise auf die Qualität der Sammlungen undandererseits auf die gestiegenen Ansprüche der öffentlichen Zurverfügungstellungund Nutzungsmöglichkeiten von Museumssammlungen generell. Neben derBefriedigung allgemeiner Publikumsinteressen in Ausstellungen, erfüllen Museenkraft ihrer Definition als wissenschaftliche Anstalten auch Forschungsaufgaben,die Universitäten in Ermangelung dreidimensionaler Zeugnisse meist gar nichtwahrnehmen können. Umgekehrt sind Forscherinnen und Forscher an Univer-sitäten die wichtigsten wissenschaftlichen Partner der Museen.
Die Musikinstrumentensammlung des Wiener Volkskundemuseums ist so unscharfund vielfach zufällig, wie der gesamte Rest der Kollektionen. In dieser Unschärfe