1. VORBEMERKUNG
Der Biografie Viktor Gerambs ein umfassendes Verzeichnis seiner Publikationenbeizufügen trägt in sich den Sinn, das letztendlich als schriftliche Quelle Bleibendenochmals systematisch zusammenzuführen und für die interessierte Nachwelterschließbar zu machen. Viktor Geramb hat vor allem in der Zeit der Ersten Republikwie kein anderer Fachvertreter in Österreich den volkskundlichen Kurs vorgegebenund das kollektive Denken über die Kulturformen im ländlichen Raum geprägt.Mit seinen Veröffentlichungen hat er Interesse für die Volkskultur geweckt, zumSammeln und Forschen motiviert, für Heimatwerk, Trachten- und Volksliedpflegegeworben, aber auch die deutsch- nationale Anschlussidee vehement vertreten.Die romantischen Ideale einer nationalen Volkstums- und Heimatpflege bildetendie äußere feste Schale, in die Geramb seine Vorstellungen von den Aufgabenund Zielen der Volkskunde einzufassen suchte. Diesen Denkweisen steht man imFach längst kritisch distanziert gegenüber. Trotzdem setzt dieses komprimierteLebenswerk eine wichtige Spur in die Vergangenheit, der von der Fachgeschichts-und historischen Quellenforschung nachgegangen werden sollte.
Die vorliegende Bibliografie stellt den Anspruch eines nach menschlichem Ermessenvollständigen Verzeichnisses seiner Schriften. Bis heute ein Desiderat, denn dieumfangreichste bisher vorliegende Bibliografie Gerambs weist nur etwas mehr alsein Drittel der hier gesammelten Angaben auf.
Es handelt sich bei dieser Schriftensammlung also nicht nur um eine Eh-rengeste zum 50. Todestag, sondern um die Umsetzung der zugegebenromantischen Idee, etwas zu sammeln und zu retten, was an sich demVerschwinden geweiht ist. Dieses„ Etwas“ sind 57 Jahre engagierte Publi-kationstätigkeit( den ersten matrixvervielfältigten Schreibversuch starteteder 17- jährige Geramb mit einer dreiteiligen Humoreske) und rund 730 Ein-zeltitel, veröffentlicht in teilweise sehr umfangreichen Monographien, vielbeachteten Fachaufsätzen, z. T. kritischen Rezensionen, engagierten, oftkämpferischen Zeitungsberichten, Kolumnen und Feuilletons.1
Die erste Übersicht zu den Schriften Viktor Gerambs erschien aus Anlass seinessiebzigsten Geburtstages in den„ Blättern für Heimatkunde“. Maria Kundegraber hattefür das Ehrenmitglied des Historischen Vereins für Steiermark auf drei Seiten einekurze Auswahl von knapp 90 Titeln zusammengestellt. Dieses Schriftenverzeichnisist jedoch auf die vermeintlich wesentlichsten Werke reduziert, die Angaben sindzum Teil verkürzt und nicht nachvollziehbar verfasst. Eine klare Systematik derAuswahl ist nicht zu erkennen, die politisch motivierten Aufsätze in den einschlägigdeutschnationalen Zeitschriften der Zwischenkriegszeit, wie„ Die Südmark“ oder die„ Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“, sind konsequentzensiert. Sein umfangreiches literarisches Schaffen in den 1930er Jahren ist auf 11Zitate reduziert. Es war wohl in der Besatzungszeit nicht unproblematisch, auf diese
GERAMB❘ WERK 178