u. s. w. hinausgelangt, wurzeln somit imalten Volkskunststil, ohne von modi-schen Verwandlungen jemals anscheinendsonderlich beeinflußt worden zu sein; nichts-destoweniger sind sie stets die marktgän-gigste Ware gewesen und bis heute ge-blieben, wohl ein Grund, um dieser Ge-werbetätigkeit in Handelskreisen ein be-sonderes Augenmerk zuzuwenden.
Dasselbe gilt von der Frivolitäten-erzeugung in Skutari und bunter Häkel-und Strickarbeit für Schürzeneinsätze u. dgl.,die in der Mode durch die Wiener Werk-stätte bereits im Frühjahr 1918 Einganggefunden haben.
Italienischen Ursprungs sind auchdie Durchbrucharbeiten an Tüchernund Ärmeln der Hemden in Nordalbanienwiein derberer Ausführung in Mittel-albanien oder in Dalmatien, alle Wirk-stickerei und das neuere Fremdengewerbeauf den griechischen Inseln wie weithinim südlichen Mittelmeer.
ash. Jei tempistiteTirana 2017
Abb. 28. Konstruktionsskizze eines albanischen Seidenwebstuhles.
Mit keinem Worte war bisher vonfigürlicher Zier im ganzen Umkreis derTextilkünste die Rede, so weit nichtVögel im Rankengeschlinge der Muster,oder auf Baumwipfeln altübernommenenZierat darstellen.
Es wurzelt diese Abkehr einerseitsgewiß im islamischen Religions-und Kunstgebot, tiefer noch aberim hergebrachten Stil dieser Volkskunstüberhaupt. Gleichwohl ist sie nichtgänzlich bildlos geblieben, wozu ein paarBemerkungen nicht ohne Belang sind.
Tierfigurale Darstellungen, Hirscheund Pfauen, in strengster Stilisierungfinden sich in Reihung, nach der gleichenRichtung blickend, als Grundfüllung aufeinem bosnischen viereckigen Tuchverwendet; die Formgebung ist so streng,daß wir am ehesten Anregung durchosteuropäische, vielleicht aber auchsüdungarische Muster etwa imWege des kirchlichen Kunstverkehrsvermuten möchten.( Taf. X, 10, u. M.Haberlandt[ 25] Text S. 57, Abb. 19).Außerdem ist ein weißes Schleiertuchmit figuraler Weißstickerei( vermutlichaus Korfu) in den Besitz des Museumsfür Volkskunde gelangt, das eine ge-trennte Darstellung beansprucht, die in
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