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Eugenie Goldstern und ihre Stellung in der Ethnographie : Beiträge des Abschlusssymposions zur Ausstellung "Ur-Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern" ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 3. bis 5. Februar 2005
Entstehung
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Werner Bellwald

ÖZV LIX/ 108

der von Ottenbacher geschilderten Kausalität jedenfalls ist es über-trieben( und inhaltlich und chronologisch teils auch falsch) darge-stellt.59 Und: Für einige Objektkategorien wie beispielsweise dieTesseln konnte Eugenie Goldstern bereits auf die Publikationen an-derer ,, Ur- Ethnographen zurückgreifen, etwa auf die volkskundli-chen Monographien des Agronomen Friedrich Gottlieb Stebler ausdem Wallis oder auf die Studien von Max Gmür, später auch vonBrockmann- Jerosch; 60 Persönlichkeiten, deren Schaffen ebenfallseine Untersuchung lohnen würde.

Die vermutlich fehlende Verbindung Rütimeyer- Goldstern bedeu-tet nicht, dass solche Kontakte generell spärlich waren, im Gegenteil:Die damaligen Volkskundler standen mehr im internationalen Kon-takt, teils sogar über mehrere Sprachgrenzen hinweg, als nachfolgen-de Generationen von Wissenschaftlern. Bernd Jürgen Warnekenspricht in seinem Beitrag geradezu von der Internationalität derprimitivistischen Volkskunde, was ein Blick in die KorrespondenzenRütimeyers bestätigt: Dieser pflegte länderübergreifend Kontakte,wurde in seinen Arbeiten auch international wahrgenommen, wurde1920 zum korrespondierenden Mitglied des Vereins für Volkskundein Wien ernannt; eine Ehre, die ihm auch bei der Gesellschaft fürAnthropologie, Ethnologie und Urgeschichte in Berlin zuteil wurde.61Selbstverständlich kannte er die Arbeiten der in Österreich tätigenVolkskundler und zitierte sie auch wiederholt; etwa Haberlandt unddessen Charakterisierung der Bauernkunst' als Seitenzweig desgroßen Urstammes der allgemeinen menschlichen Kunstbetätigungmit Wurzeln bis in die Prähistorie 62- ein weiterer, typischer' Belegfür die wissenschaftsethnographischen Parallelen zu Rütimeyer.

59 Ottenbacher( wie Anm. 42), z.B. S. 38.

60 Stebler, Friedrich Gottlieb: Die Hauszeichen und Tesslen der Schweiz. In:Schweizerisches Archiv für Volkskunde, XI/ 1907, S. 165–209. Ders.: Ob denHeidenreben[ Monographie zum Dorf Visperterminen]. Zürich 1901. Ders.: DasGoms und die Gomser. Zürich 1903. Ders.: Am Lötschberg. Land und Volk vonLötschen. Zürich 1907. Ders.: Sonnige Halden am Lötschberg[ Monographie zuAusserberg und den umliegenden Gemeinden]. Zürich 1913[ erschienen 1914].Ders.: Die Vispertaler Sonnenberge. Bern 1921. Gmür, Max: Die schweizeri-schen Bauernmarken und Holzurkunden. Bern 1917( Abhandlungen zumschweizerischen Recht, Heft 77).

61 Rütimeyer, Willy( wie Anm. 4), S. 473.

62 Rütimeyer, Leopold: Archaistische Gerätschaften( wie Anm. 12), S. 320.