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Eugenie Goldstern und ihre Stellung in der Ethnographie : Beiträge des Abschlusssymposions zur Ausstellung "Ur-Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern" ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 3. bis 5. Februar 2005
Entstehung
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2005, Heft 2-3

Eine vorangestellte Nachbetrachtung

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Haberlandts am Naturhistorischen Museum, sein gespanntes Ver-hältnis zum Leiter der ethnologischen Abteilung und-- wohl als Folgedavon seine privaten Bestrebungen nach einem eigenständigenMuseum beleuchtet werden. Das erklärt auch, weshalb es im Völker-kundemuseum keine europäischen Sammlungen gibt, sondern sichdiese, da sie von Haberlandt und Hein für ihr Unternehmen reklamiertwurden, in Ansätzen im Volkskundemuseum befinden.

Ein Vortragsblock widmete sich dem wissenschaftlichen Netzwerkbeziehungsweise jenen Persönlichkeiten, die auf Eugenie Goldsterndirekt oder indirekt Einfluss hatten. Auf einen dieser heute selbst inFrankreich weitgehend vergessenen Vertreter der, Archéocivilisati-on", nämlich André Varagnac, macht Klaus Beitl( Wien) aufmerksam.Sein Beitrag wird im Tagungsband mit der bisher unveröffentlichtenBibliographie Varagnacs ergänzt.

Besonders spannend sind im Zusammenhang mit Eugenie Gold-stern die Ausführungen von Werner Bellwald( Sitten) über ,, LeopoldRütimeyer und die Ur- Ethnographie. Trotz der verblüffendenParallelität zwischen Rütimeyer und Goldstern beim Aufspüren vonRelikten dürften beide doch unabhängig von einander gearbeitet undsich nicht gekannt haben, denn für Goldstern bilden die RelikteElemente eines ganzheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssy-stems, während Rütimeyer in ihnen Überbleibsel der Urgeschichtesieht.

Beide, Rütimeyer wie Goldstern, sind jedenfalls wichtige Prota-gonisten, die mit ihren Erforschungen der alpinen Kultur wesentlichzum Konstrukt des Alpinen betrugen. Diese aktuell bis in die Gegen-wart wirkende Wechselbeziehung verfolgt Bernhard Tschofen( Tü-bingen) in seinem Referat über, Ethnographische Alpenforschung als, public science'. Das Elementare als Erlebnisofferte".

Um Reflexionen geht es auch bei Ueli Gyr( Zürich), der zwar selbstnicht mit dem Zürcher Seminar für Volkskunde ,, auf den Spuren vonEugenie Goldstern in Bessans" war, der als Nachfolger Arnold Nie-derers aber einen unmittelbaren Zugang zur Wirkungsgeschichtedieser Exkursion hat. Besonderer Dank gebührt ihm dafür, dass er dendamals unter Anleitung von Niederer von Studenten gedrehten Filmbei der Tagung präsentierte und ihn für die Dauer der Ausstellung demMuseum zur Verfügung stellte.

Den Abschluss der Tagung und somit auch dieses Bandes bildenzwei Beiträge, die sich mit der Frage des Judentums in der Wissen-