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Volkskunde : Fakten und Analysen ; Festgabe für Leopold Schmidt zum 60. Geburtstag
Entstehung
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dazu auch noch, was der alte Reimschmied, der sich selbst als der Vröuden-laere" hatte bezeichnen müssen, nur vom Hörensagen kannte, nur warnendnannte und unbelobt ließ, ein etwas anrüchiges Bad, in dem man einenunbekannten man[ n]/ schiere bloz gemachen kan,/ des silbers und der klei-derpfendet man i[ h] m beider." Ein Ausgabeposten padgelt" kommt neben,, spilgelt" in diesen Rechnungen sehr oft vor, nun in kurzer Zeit mit zweimal1/2 Pf. dn. von beträchtlicher Höhe. Dazu kamen noch Trinkgelder für die Be-dienung, und die besorgten einmal drei frawlein" für je 8 dn., ein anderesMal, genauer signalisiert VI gemaine frawlein" für je 10 dn. Außerdem ent-fielen noch jeweils 12-16 dn. umb kranczl" an, die sich auch sonst regel-mäßig zum Badgeld verrechnet finden; wie das in so vielen Bereichen gesel-ligen Lebens wichtige Brauchrequisit des Kranzes auch dieser Lustbarkeitverbunden war, dafür gibt die Manesse- Handschrift auch ein zeitgenössischesBildzeugnis 18). ,, Ein padtuch in das pad auf die penkch, do er auf ligt", hatteder Herzog, für 15 dn. gekauft, vorsorgend selbst mitgebracht. An schon ver-gangene Freuden mahnte ihn sein Leibförster ,, umb 1 pf. 8 dn., di er zu Passaudargelihn het den gemainen frawlein".

Von Sehenswürdigkeiten des damaligen Wien ist über einen Trinkgeld-vermerk nur ein früher Tiergarten genannt: Item di straussen und lepart zubeschauen, den knechten 8 w. dn." Außer auf vielerlei Kleinbedarf beziehensich sonstige Ausgaben in Wien und danach auf der am Sonntag nach ChristiHimmelfahrt angetretenen, durch die Ortsnamen Lengpach, Melk, Amsteten,Enns, Everding" markierten Heimreise vornehmlich auf die Verpflichtungeines fürstlichen Gastes zu Opfergeld" und" Letz".

Ins Jahr 1391 fielen außer Besuchen in niederbayerischen Klöstern dreigrößere Reisen. Zur Fasnacht nach Nürnberg, dann zu Ritterspielen, wohlwieder von der Prager Verwandtschaft geladen, nach Pilsen. Dafür erwuchsenwieder Kosten auf Rüstung und Sattelzeug. Bemerkenswert ist eine kleineAusgabe, die ein Souvenir betrifft: Item meinem herrn kaufft ein klainestruhel der gesniten truhl von Beheim um 25 dn." Die Formulierung dürfte an-deuten, daß es sich bei diesem geschnitzten Trühlein um eine geschätzteböhmische Spezialität in der Art der Minnekästchen handelte. Kurz vor Osternmachte sich der Herzog abermals nach Holland auf, und diesmal brachte er,vom Marstaller begleitet, ein wieder aus Wien besorgtes und wieder ausdrück-lich auf dy vasnacht" gewünschtes Roß gleich mit. Während der Vater da-mit 1392 zu Den Haag reiten und stechen lassen konnte, vergnügte sich derSohn gleicherweise auf dem Fasnacht- Hof zu Regensburg.

Wenige Wochen danach drängte es ihn zur Teilnahme an außergewöhn-lichen religiösen Feierlichkeiten, die isaraufwärts unversehens ein anderesRom hatten entstehen lassen. Zum Ostermontag sagt die Quelle: Item meinherr erhub sich zu reiten hinauf gein Munchn zu den genaden und zu demheiltumb und gab do an aller zerung di mein herr do tet, 27 pf. 20 dn.( rh)."Nachdem drei Jahre zuvor zu Andechs auf mirakulöse Weise Reliquien, dar-unter, wie man glaubte, Stücke der Dornenkrone Christi und des Longinus-Speeres, aufgefunden, dann in die Lorenzkapelle des Alten Hofes nach Mün-chen verbracht und zur öffentlichen Verehrung aufgestellt worden waren, er-langte der oberbayrische Herzog Stephan von Papst Bonifaz IX. die Gewäh-rung eines Gnadenjahres für die Zeit vom 17. März bis 1. August 1392 und eines

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