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Volkskunde : Fakten und Analysen ; Festgabe für Leopold Schmidt zum 60. Geburtstag
Entstehung
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Der, Grogel"

Zur volkstümlichen Benennung eines Ackergerätes

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Von Hans Frühwald, Graz

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Der Begriff scheint zum ersten Mal in dem großen volkskundlichen Sam-melwerk R. Prambergers auf ¹). Nach der Eintragung vom 5. Oktober 1938 imErgänzungsband 39 ist der Grogel ein Stamm mit vielen stärkeren Ästen zumAufreißen des Brandackers, Brandegge" 2).

Demnach haben wir es mit einem sehr einfachen, ja urtümlichen Boden-baugerät zu tun, das in enger Verbindung mit der Brandwirtschaft ³) steht.Höchstwahrscheinlich war es ein Nadelbaum ohne zusätzliche Bearbeitung, derauf dem Brande" 4) eine Art Pflugarbeit verrichtete. Der nachgesetzte Name Brandegge" weist außerdem auf eine weitere wesentliche Funktion hin, aufdas Unterbringen des Saatkorns.

Noch fehlen uns jedoch für das Gerät genauere Nachrichten und Details.Außer dem oben zitierten knappen Vermerk, der ein Einzelfall ist und dahervöllig isoliert steht, haben wir vorläufig keinerlei anderweitige literarischeoder mündliche Belege.

Pater R. Pramberger selbst, der mir in liebenswürdiger Weise eine Aus-sprache gewährte 5), konnte sich nur dunkel und ohne Lokalangabe erinnern,daß ihm ,, irgendwo im Mürztal ein alter Bauer so ein Stück hervorgeholt undgezeigt habe" 6).WSo mußten wichtige Fragen wie die der Herstellung, der Handhabung, derArt des Zuges, der regionalen Zuweisung u. a. m. offen bleiben.

Mündliche und schriftliche Umfragen an verschiedenen Orten des Landesblieben erfolglos. Auch Gewährspersonen konnten darüber keine sichere Aus-kunft geben. Das Gerät schien verschollen und der Name in Vergessenheitgeraten.

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Eine erste Spur, wenn auch wieder nur im Schrifttum, führt hinüber aufdie niederösterreichische Seite des Hochwechsels. In den Bauernhäusern derdortigen Berggemeinden verwendete man eine höchst einfache wie zweckmäßigeAufhängevorrichtung für das zum Räuchern bestimmte Fleisch, die uns

E. Hamza beschreibt:

,, Die Fleischräuchervorrichtung besteht nun bei größeren Küchen aus zwei bis dreiHolzstangen, die der Länge nach durch das Gewölbe der Rauchküche gezogen sind( Abb. 15), bei kleineren aus dem, Fleischgrougl'( Abb. 16), einem Bäumlein, aufdessen Ästen die Fleischstücke aufgehängt wurden und das in den, falschen Rauch-fang der Rauchküche gestellt wird. Später ist der Grougl eine Stange mit Sprissl( Querspreizen)."")

Die beigegebene Abbildung zeigt den Wipfelteil eines entrindeten Nadel-holzstammes. Die schwachen Äste und Zweige fehlen, die verbliebenen stärke-

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