In dieses Gerüst nun sind dicht aneinandergereihte Haselstauden hinein-geflochten, so, daß sie mit den geschnittenen Enden auf dem oberen Schwart-ling aufliegen, unter dem ersten Stamm durch über den zweiten Stamm undwieder unter dem unteren Balken hindurchgehen. Von diesem stehen dieZweige unregelmäßig bis zu 75 cm ab. In der Mitte des oberen Rahmenbalkens( Schwartlings) befindet sich ein Kloben mit einem Eisenring( 6 cm Durch-messer) für die Aufnahme des Knebels der Zugkette( Fig. 6).
Von anderer Art ist die„ ,, Wiesenstroafn"( Femininum im Gegensatz zumweststeirischen masculin bezeichneten Gerät), die Romuald Pramberger inseinem handgeschriebenen Band 24, Wörter und Sachen, im Kapitel Sachen
Fig. 6: Strauchegge, Edelschrott bei Köflach
sub ,, Abstreifen" beschreibt. Diese„ Wiesenstroafn", wie sie in St. Lambrechtverwendet wird, besteht aus einem regelmäßigen Holzgeviert, das von zweiBalken und zwei in sie hineingeblatteten Latten gebildet wird. Unter denLatten sind zwei Bündel von starken Weiden, Hasel- oder Erlenruten an-gebracht. Diese zwei Bündel werden parallel zueinander fest an das Holz-geviert angeseilt oder gekettet. Mit diesem Instrument fährt, das heißt streiftman, von einem Pferde gezogen, über die Wiesen, reinigt dieselben vonRuten und Gestrüpp und reißt die Scherhaufen auseinander." Es ist bemer-kenswert, daß gelegentlich statt des eigenen Rahmengerüstes die beiden Ruten-bündel unter einer umgedrehten Egge befestigt werden. Wie zum Wiesen-streifen in St. Lambrecht geschieht das auch zum Miststreifen in der Gegendvon Frohnleiten. Auch hier hackt man ,, Hasel- oder Erlenstauden und roateltsie mittels einer Kette in zwei ziemlichen Bündlen zusammen, legt dann dieEgge darauf und läßt diese Bündel von Hchsen mittels Zieter über den gegall-ten Boden ziehen", das heißt, wenn es auf den ausgebreiteten Dünger gereg-net hat 4).
Zeigt uns schon diese Arbeitsweise eine verwandtschaftliche Beziehungzwischen Egge und Wiesenstreifer, so erlaubt uns ein ethnologischer Ausblicküber die Ost- und Südgrenze der Steiermark die Gleichstellung des Wiesen-streifers mit der Strauchegge und die Annahme, daß dieser einmal auch hier-
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