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Volkskunde : Fakten und Analysen ; Festgabe für Leopold Schmidt zum 60. Geburtstag
Entstehung
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tendste Entfaltung seit der Museumsgründung vor mehr als 75 Jahrenerlebt hat.

In der österreichischen Zeitschrift für Volkskunde( Neue Serie), die Leo-pold Schmidt seit 1947 herausgibt, in der von ihm in den für wissenschaftlichePublizistik so schwierigen Jahren der Nachkriegszeit begründeten Schriften-reihe( Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde) oderin anderen von Schmidt herausgegebenen Publikationen hat er sich immer alsverständnisvoller Förderer und Anreger erwiesen. Das galt für die Bearbeitungvon Fragen, die eine neue Aufmerksamkeit verdienten, das gilt auch für dieBerücksichtigung der territorialen Bereiche, die dem Direktor des Österrei-chischen Museums für Volkskunde in Wien als besondere Aufgabe erscheinenmußten. Die Volkskunde der Großstadt( 1937 hat er den W. H. Riehl- Preis fürseine Wiener Volkskunde erhalten), die systematische und umfassende volks-kundliche Dokumentation von Niederösterreich und dem Burgenland sind vorallem zu nennen. Das Burgenland hat ihm dafür das Große Goldene Ehren-zeichen" verliehen; Niederösterreich den Kulturpreis des Landes Nieder-österreich"( 1965).

1957 wurde Leopold Schmidt Ehrenmitglied der Ellenike LaographikeEtaireia( Griechische Gesellschaft für Volkskunde). 1967 verlieh ihm der Bun-despräsident den Titel Hofrat( inzwischen ist er 1971 Wirkl. Hofrat gewor-den). 1968 wählte ihn die Finnische Altertumsgesellschaft in Helsinki zumausländischen Mitglied. Die größte Auszeichnung erfuhr Leopold Schmidtdurch die Aufnahme als wirkliches Mitglied der phil. hist. Klasse der Öster-reichischen Akademie der Wissenschaften 1970, nachdem er schon 1967 zumkorrespondierenden Mitglied dieser Gelehrtenversammlung ernannt wordenwar. Angeführt zu werden verdient, weil seine vielseitige Tätigkeit als Mannder Wissenschaft bestätigend, seine 50 Semester währende Tätigkeit als aka-demischer Lehrer an der Wiener Universität, an der er mit dem Titel einesao. Professors wirkt, seine Mitgliedschaft im Hauptausschuß im Österreichi-schen Volksliedwerk( dessen Jahrbuch er mitherausgibt) und vor allem seinWirken als Präsident des Vereines für Volkskunde in Wien", dem er bis 1958als Generalsekretär diente. Seit 1962 ist er Vizepräsident des ÖsterreichischenLandeskomitees des International Council of Museums( ICOM), seit 1967Konsulent des Bundesdenkmalamtes.

Leopold Schmidt ist ein Kind der Stadt". Er sagt es selbst von sich, ohnePräpotenz und auch ohne Bescheidenheit. Er ist es ganz in dem natürlichenSinn, den Anton Wildgans in seinem Gedicht Ich bin ein Kind der Stadt"gemeint hat. Er trat zu einer Zeit in die Volkskunde ein, als sie, wenn schonnicht ausschließlich Bauernkunde, so doch noch nach allgemeiner Auffassungdem ländlichen Raum allein sich verpflichtet fühlte. Wer sich ihr näherte,kam aus einer historisch- romantischen Grundeinstellung. Wir möchten LeopoldSchmidt nicht katalogisieren, aber eine der Wegspuren, auf der er zur Wissen-schaft fand, die sein Lebensinhalt werden sollte, ist darin zu sehen, daß er, derhumanistisch hochgebildete Mensch, der Generation der Jugendbewegungzugehörte, die in den zwanziger Jahren eine sehr bestimmende geistige Kraftgewesen ist. Das Wesentliche liegt noch tiefer. Mir scheint seine Bindung zurVolkskunde in der Resultante zu liegen, die aus seiner Beziehung zu AdalbertStifter und seiner Verehrung für Jakob Burckhardt abzuleiten ist. Leopold

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